Hamburg

Ausbau der Autobahn A1: Elbbrücken werden neu gebaut

Hamburg: Bauprüfer kontrollieren die Norderelbbrücke an der Autobahn A1.

Hamburg: Bauprüfer kontrollieren die Norderelbbrücke an der Autobahn A1.

Foto: dpa

Hamburgs schlimmstes Nadelöhr soll völlig neu gestaltet werden. Das betrifft ein Autobahnkreuz, zwei Elbbrücken – und viele Bürger.

Hamburg. Die Hamburger Verkehrsplaner haben ein weiteres Megaprojekt ins Auge gefasst: Die Autobahn A1 (Bremen-Lübeck) soll im Südosten Hamburgs auf acht Spuren erweitert werden. Zu der gut acht Kilometer langen Ausbaustrecke zwischen Harburg und dem Dreieck Hamburg-Südost gehören die Brücken über die Norder- und die Süderelbe. Beide Bauwerke müssen nach Angaben der Verkehrsbehörde ersetzt werden. Auch das Kreuz Hamburg-Süd, derzeit ein Nadelöhr, soll neu gebaut werden. Das Planfeststellungsverfahren soll in zwei Jahren beginnen, die Bagger könnten Ende 2024 anrücken. Die Verkehrsbehörde will am Dienstagabend interessierte Bürger über das Projekt informieren.

Derzeit rollen nach Angaben der Behörde jeden Werktag 128.000 Fahrzeuge über die A1. Bis 2030 könnten es 160.000 werden, mehr als ein Viertel davon Lastwagen. Die bestehende sechsspurige Autobahn ist für 100.000 Fahrzeuge pro Tag ausgelegt. Allerdings ist die A1 im Kreuz Hamburg-Süd nur vierspurig. Fest geplant ist bereits der Bau eines weiteren Autobahndreiecks bei Hamburg-Stillhorn. Dort soll bis Ende 2026 die sogenannte Hafenpassage angebunden werden, also die A26 als Querverbindung zwischen A7 und A1, die Hafenautobahn.

So wird die neue Brücke gebaut

Spektakulär dürfte der Neubau der Norderelbbrücke werden. Zunächst soll östlich neben der bestehenden Schrägseilbrücke aus dem Jahr 1963 eine neue Querung gebaut werden. Ist diese fertig, soll der gesamte Verkehr provisorisch über diese erste Hälfte des Neubaus geleitet werden. In einem zweiten Schritt wird die alte Brücke abgerissen und an ihrer Stelle der zweite Teil der neuen Querung errichtet.

Das wird die Hafenautobahn

Das gesamte neue Bauwerk wird ungefähr doppelt so breit wie die bestehende Brücke: Auf jeder Seite soll es vier Fahrspuren und zwei sogenannte Verflechtungsstreifen zum Ein- und Ausfädeln in Richtung Dreieck Südost und zum Kreuz Süd geben. Hinzu kommen ein Standstreifen und möglicherweise eine Fahrradspur.

Neue Elbbrücken: Naturschutz muss beachtet werden

Sechs Planungsgemeinschaften arbeiten nach Angaben der Verkehrsbehörde an einem Entwurf für die neue Brücke. Der Siegerentwurf soll Anfang nächsten Jahres gekürt werden.

Die neue Querung der Süderelbe wird architektonisch ein schlichteres Erscheinungsbild haben. Die Bauarbeiten bei laufendem Verkehr erfordern aber auch hier einen Neubau östlich der bestehende Brückenbauwerke aus den Jahren 1938 und 1965. Der erste Teil des Neubaus wird wie bei der Norderelbbrücke zunächst den gesamten Verkehr aufnehmen. Nach Abriss der alten Brücke und Errichtung des zweiten Teils des Neubaus wird der erste Teil der neuen Brücke in seine endgültige Position geschoben.

Im Zusammenhang mit den Brückenbauten müssen die Planer die angrenzenden Naturschutzgebiete beachten. Für die Anwohner soll es Lärmschutzwände geben, für die Bewohner des Stadtteils Kirchdorf-Süd bereits im Zuge des Baus der A26/Hafenpassage. Der nordöstliche Teil des A1-Abschnitts ist bereits mit einer hohen Priorität im aktuellen Bundesverkehrswegeplan enthalten. Die Hamburger Verkehrsbehörde hofft jedoch, dass der gesamte 8,2 Kilometer lange Abschnitt einschließlich der Süderelbbrücke zu einem gemeinsamen Projekt wird.