Extremismus

"Merkel muss Weg"-Demo: Linke wollen Bahnhof blockieren

Einsatzkräfte der Polizei sichern eine "Merkel muss weg!" - Kundgebung, die vor dem Bahnhof Dammtor stattfindet.

Einsatzkräfte der Polizei sichern eine "Merkel muss weg!" - Kundgebung, die vor dem Bahnhof Dammtor stattfindet.

Foto: dpa

Hamburg. Nach gut zwei Monaten Pause dürfte am kommenden Mittwoch eine Demonstration des rechten "Merkel muss weg"-Bündnisses wieder für Verkehrsbehinderungen in der Hamburger Innenstadt sorgen. Die Organisatoren, hinter denen nach Erkenntnissen des Landesamtes für Verfassungsschutz rechtsextremistische Organisationen stehen, haben für die Kundgebung am Dammtor-Bahnhof 500 Teilnehmer angemeldet, wie die Polizei mitteilte. Erneut ist auch eine Gegenkundgebung angezeigt, ebenfalls mit 500 Teilnehmern. Die Polizei werde mit "ausreichend Kräften" vertreten sein, sagte ein Sprecher.

Während die Rechten in der Vergangenheit immer deutlich weniger Anhänger versammeln konnten, fiel der Gegenprotest ungleich stärker aus. Zuletzt hatten Anfang September rund 10 000 Menschen lautstark gegen Hass und Hetze protestiert. Zur "Merkel muss weg"-Demo waren hingegen nur knapp 180 Menschen auf dem Gänsemarkt gekommen.

Für den Mittwoch haben linke Gruppen im Internet dazu aufgerufen, den Dammtor-Bahnhof zu blockieren, um den Rechten die Anreise zu erschweren. Die für den Bahnhof zuständige Bundespolizei werde eng mit der Hamburger Polizei zusammenarbeiten, sagte Sprecher Rüdiger Carstens. "Wir haben uns personell auf alle Szenarien eingestellt."

Der Verfassungsschutz warnte erneut vor den Rechtsextremen, die hinter der "Merkel muss weg"-Kundgebung stünden. "Jeder, der dort mitmarschiert, weiß, dass er mit Rechtsextremisten gemeinsame Sache macht", sagte der Sprecher des Landesamtes, Marco Haase. Extremisten seien aber auch unter den Gegendemonstranten zu erwarten. "Auf der Gegenseite rechnen wir nach derzeitiger Einschätzung auch mit einigen Hundert Linksextremisten."