Harvestehude

Das schwere Erbe der Colleen B. Rosenblat-Mo

Die Hamburger Schmuckdesignerin Colleen B. Rosenblat-Moist.

Die Hamburger Schmuckdesignerin Colleen B. Rosenblat-Moist.

Foto: Andreas Laible / HA

Als die Hamburger Schmuckdesignerin erfuhr, dass ihre Oma die Vorzeigemutter des Dritten Reiches war, veränderte sich ihr Leben.

Hamburg. Friedrich Schiller muss Colleen B. Rosenblat-Mo gekannt haben: „An der Krone funkeln die Perlen nur und freilich nicht die Wunden, mit denen sie errungen ward.“ Kein Zitat passt so maßgeschneidert zu einem der ungewöhnlichsten Lebensläufe dieser Stadt, ach was, dieses Landes. Anzutreffen ist er in einer wunderschön renovierten Remise am Mittelweg in Harvestehude. Dort befindet sich die Werkstatt und der Showroom von Colleen B. Rosenblat – nicht in der ersten Reihe, sondern etwas versteckt. Frau Rosenblat ist keine für die erste Reihe. Erste Liga ja, kein Problem. Aber bitte nicht so präsent, bitte nicht so aufdringlich. Die Designerin ist wie ihr Schmuck. Den ungeheuren Wert und das, was drinnen steckt, erkennt man nicht auf den ersten Blick.

An der Oberfläche glitzern zunächst viele Schmuckstücke. In den Vitrinen des Showrooms liegen Rubine, Diamanten, Turmaline. Ringe, Ketten, Ohrringe. Alles Unikate. Keine Preisauszeichnung. Die Einrichtung zeitlos und seit 20 Jahren unverändert. Nicht mal einen Stuhl hat Colleen B. Rosenblat in all der Zeit verrückt. Stil hat kein Verfallsdatum. Eine Treppe führt hoch in das Büro der Designerin. Dort steht eine geschnitzte Holzfigur von Stephan Balkenhol, an den Wänden hängen Siebdruckbilder des berühmten Fotografen Robert Mapplethorpe, den mal jemand als „Star, der Sadomaso die Aura eines Louis-XV.-Sessels verlieh“, beschrieb.

Sie stand mit ihre Schwestern alleine da

Hinter dem Schreibtisch ein Porträt der Hausherrin selbst, gemalt von einem Künstler aus New York. Ihre Lieblingsstadt stärkt der 56-Jährigen den Rücken. Und ein Rauchquarz, der auf dem Schreibtisch liegt. Als Kind fand ihn die Designerin bei einem Spaziergang im Wald. Sie lief extra zurück nach Haus, um einen Schraubenzieher zu holen, mit dem sie das glitzernde Etwas aus der Erde buddeln konnte: „Ich war vollkommen aus dem Häuschen. Ich dachte, ich hätte das Wertvollste der Welt gefunden.“ Damals wurde ihre Faszination für Steine geweckt, und der Rauchquarz begleitete sie durch gute Zeiten, schlechte Zeiten. Die guten Zeiten sind jetzt. Man merkt es, wie die Designerin spricht, lacht, Pläne schmiedet. Sie strahlt. Und da man gerade den direkten Vergleich vor Augen hat: heller als ein Edelstein.

Die schlechten Zeiten – und Achtung, denn jetzt wird es Schlag auf Schlag dunkler: Rosenblats Vater, der Indus­trielle Harald Quandt, starb 1967 im Alter von 45 Jahren bei einem Flugzeugabsturz. Das Herz ihrer Mutter Inge versagte, als es erst 50 Jahre geschlagen hatte. Ihr Stiefvater nahm sich daraufhin das Leben. Der Freund der Mutter, der Rennfahrer und Moderator des aktuellen Sportstudios Rainer Günzler, der Colleen mit großgezogen hatte, starb ebenfalls.

Noch nicht mal mit der Schule fertig war Colleen zu dem Zeitpunkt, und sie und ihre vier Schwestern standen alleine da. Vollwaisen. Was nutzt ein Milliardenvermögen, wenn man keine Eltern mehr hat? Vieles kann man sich kaufen im Leben, die Umarmung einer Mutter gehört nicht dazu.

Die hätte Colleen B. Rosenblat gebraucht, als sie dann mit 16 von einem jüdischen Freund den Namen ihrer Großmutter erfuhr: Magda Goebbels. Wie soll ein Teenager eine solche Nachricht begreifen? Die Vorzeigemutter des Dritten Reiches ist die eigene Oma. Warum hatte ihr das nie zuvor jemand erzählt? „Ich war sehr sauer, regelrecht geschockt“, sagt Rosenblat. Der jüdische Freund hatte ihr die Verwandtschaft nicht unbedingt sensibel mitgeteilt. „Kein Wunder, er und meine ganzen anderen jüdischen Freunde waren wenig begeistert von meiner Familienkonstellation. Auch wenn ich selbst mit der Nazizeit nichts zu tun hatte, das haftet natürlich an einem“, sagt Rosenblat. „Stellen Sie sich vor, Ihre Verwandten wurden ermordet, und dann treffen Sie plötzlich die Enkelin von Magda Goebbels. Wer wäre da begeistert? Niemand. Manche Eltern meiner Freunde haben gar nicht mit mir geredet.“

„Ich werde es einfach nie verstehen“

Ab dann fühlte sich die junge Frau ziemlich ausgegrenzt, und es kamen Fragen über Fragen auf, die ihr niemand mehr beantworten konnte, weil sie alle schon von ihr gegangen waren. Wie zum Beispiel muss es für ihren Vater gewesen sein, beim Reichspropagandaminister aufzuwachsen? Harald Quandt war der Sohn von Günther Quandt und Magda Behrend, die später Joseph Goebbels heiratete. Eigentlich hatte Günther Quandt mit seiner Ex-Frau verabredet, der Sohn würde bei einer erneuten Ehe zu ihm kommen, doch die Goebbels hielten sich nicht daran. „Das war bestimmt nicht schön für ihn, aber gegen Goebbels konnte man sich wohl schwer wehren“, sagt Rosenblat. Ihr Vater wurde im Krieg von seinem Stiefvater trotz einer Verletzung gezwungen, relativ schnell zurück an die Front zu gehen.

„Tja, alles für den Führer“, sagt Rosenblat und schüttelt den Kopf. „Das versteht kein Mensch. Aber am allerallerschlimmsten ist doch, was Magda Goebbels ihren Kindern angetan hat. Ich werde es einfach nie verstehen, obwohl ich schon sehr viel darüber nachgedacht habe. Wie kann eine Mutter die eigenen Kinder vergiften? Das ist für mich mein größtes Trauma. Sie hätte alle ihre Kinder retten können, ein Flieger stand bereit, der die Familie rausgeflogen hätte aus Berlin. Die sechs Halbgeschwister meines Vaters hätten am Leben bleiben können, doch Magda Goebbels hat sich für den anderen Weg entschieden. Ich meine, sie kann sich ja für den Suizid im Führerbunker entscheiden, aber die eigenen Kinder vergiften? Uh, da schüttelt es mich. Wieso nur?“

Da sitzt man mit einer gefragten Schmuckdesignerin bei einem Tee in einer mit Architekturpreisen gekrönten Remise zwischen den ausgefallensten Schmuckstücken der Welt. Umrahmt von Luxus und Erfolg. So würden Menschen arbeiten wollen. So würden Menschen leben wollen. Doch so wie Colleen B. Rosenblat würden Menschen nie fühlen wollen. Ob sie je mit der Suche nach einer Antwort abschließen wird können? „Wahrscheinlich nicht. Ich werde es nie verstehen, weil ich der Mensch bin, der ich bin. Magda Goebbels war ein ganz anderer Mensch in einer ganz anderen Zeit. Doch ich will mich nicht aus dem Fenster lehnen und über andere richten. So anmaßend bin ich nicht. Wie hätte ich damals gehandelt, wenn ich zum Beispiel gerade zum Judentum übergetreten wäre, dann kommen die Nazis an die Macht, verfolgen die Juden. Hätte ich dann einen Rückzieher gemacht, um mich zu schützen? Wahrscheinlich. Wenn ich schon Kinder gehabt hätte, auf jeden Fall.“

Wie lang muss eine Zeit sein, um die Wunden zu heilen?

Es gibt alte Familienfotos, auf denen sieht es so aus, als hätten die Kinder von Magda Goebbels ihren großen Halbbruder Harald Quandt sehr gemocht. Es muss ihn hart getroffen haben, als er in britischer Gefangenschaft von ihrem Tod erfuhr.

Was mag er gefühlt haben? „Ich weiß es nicht genau, aber ich könnte mir vorstellen, dass es für ihn unerträglich gewesen sein muss, dass seine eigene Mutter seine Halbgeschwister umgebracht hat. Ich frage mich manchmal, ob mein Vater sich viele Gedanken über die Geschehnisse im Führerbunker gemacht hat. Die Älteste der Kinder war ja schon 16 Jahre alt. Man kann eine 16-Jährige nicht vergiften, ohne dass sie es merkt. Überhaupt bei der ganzen Stimmung drumherum. Die Kinder haben ganz sicher gemerkt, was passierte. Fürchterlich.“ Colleen B. Rosenblat schluckt.

All diese dramatischen Geschehnisse sind lange her, aber wie lang genau muss die Zeit sein, um eine solche Wunde zu heilen? Verdrängung wäre eine verständliche Art und Weise gewesen, mit dem Thema umzugehen. Doch die Quandt-Schwestern entschieden sich für das Gegenteil und ließen ihre Familiengeschichte von einem unabhängigen Historiker aufarbeiten. „Mit Verdrängung wäre ich nicht gut über die Runden gekommen. Das war so schon alles schwer genug, zumindest nicht leicht, aber dafür gibt es Therapien. Wir Schwestern waren uns immer einig, dass wir eine Verantwortung tragen, unsere Familiengeschichte korrekt aufzuschreiben. Ich bin niemand, der wegschaut. Ich versuche hinzuschauen!“

Ein Mitarbeiter kommt herein. Ob sie es schaffe, ihren Mann selbst vom Flughafen abzuholen? Unbedingt! Die Hamburgerin ist in zweiter Ehe mit dem Norweger Frode Mo verheiratet. Er hat die gemeinsame Tochter gerade in ein College in die USA gebracht. Ihre älteren Kinder aus erster Ehe mit dem früheren Tom-Taylor-Chef Michael Rosenblat leben auf Long Island und in Deutschland. Wo genau, verrät man am besten genauso wenig wie die Joggingroute der Designerin an der Alster. Der Sicherheitsdienst des Hauses beschützt hier nicht nur den teuren Schmuck.

Ihr Mann Frode habe ihr viel beigebracht, erzählt Rosenblat. Dass man auch mal positives Feedback geben muss beispielsweise. Früher habe sie alles immer nur so hingenommen: „Aber er hat mir gezeigt, dass man mit Menschen sensibler umgehen muss. Ich war zu hart. Und er hat mir gemeinsame Reisen nach Norwegen geschenkt. Die Erfahrungen dort sind unersetzlich.“ Die Patchworkfamilie Rosenblat-Mo verbringt so viel Zeit wie möglich in der Heimat von Frode Mo. Dort besitzt sie eine alte Hütte ohne Strom und Wasser mitten im Naturschutzgebiet. Um dort hinzugelangen, geht es eine Stunde zu Fuß stramm bergauf, und oben angekommen, fehlen zwei Dinge: Handyempfang und Luxus. Colleen B. Rosenblat gefällt es genau so.

Haare im See waschen und stricken wie besessen

Sie holt Wasser aus dem See, hackt Holz, kocht, schätzt die Einsamkeit und die pure Natur. Da es keine Dusche gibt, kann man sich die Haare nur mit Seewasser waschen, im Winter brennt es vor Kälte auf dem Kopf. Außerdem muss man erst mal ein Loch hacken, um ans Wasser zu kommen. Letztes Jahr kam das Paar mit dem Bohrer kaum durch die Eisschicht, so dick war sie. Es dauerte einen halben Tag, das Loch zu hacken und die Eimer zum Haus zu schleppen. Am nächsten Morgen war der Wasserzugang natürlich wieder zugefroren. Auf ein Neues. „Im Sommer kann ich im See schwimmen und gleichzeitig Wasser trinken, das ist doch toll. Gut, die Mückenlarven trinke ich mit, aber daran gewöhnt man sich“, sagt Rosenblat. Wenn sie wollen würde, dann könnte die Handwerkerin einen Filter bauen. Ihr Vater war ein passionierter Ingenieur, er entwickelte sogar ein Schwimmauto, und die Leidenschaft, etwas zu gestalten, hat sie vermutlich von ihm geerbt.

Sein Hobby war für sie und ihre Schwester aber auch nervig, vor allem zu Weihnachten: Auf dem Dachboden hatte Harald Quandt eine Eisenbahn aufgebaut mit Kirmes, Seen, Städten usw. Ein eigener Angestellter war dazu da, die ganze Zeit mit ihm zu tüfteln. Da er Weihnachten stets etwas Neues für diese Eisenbahn geschenkt bekam, verschwand er gleich nach oben auf den Dachboden und ward die nächsten Stunden nicht gesehen. „Papa hat am liebsten sein eigenes Ding gemacht. Und so geht es mir auch. Ich bin am liebsten Handwerkerin und nicht so social unterwegs“, sagt Rosenblat. Tatsächlich strickt sie wie besessen. Überall packt die Hamburgerin ihr Häkel- oder Strickzeug aus und arbeitet dann an komplizierten Norwegerpullis, die schon beim Zuschauen einen Knoten in den Kopf zaubern.

Klingt nach Müßiggang und nettem Zeitvertreib, doch der Eindruck täuscht. In Wirklichkeit hat Colleen B. Rosenblat nicht nur ein Schmuckatelier zu führen, sondern ein wesentlich größeres Unternehmen. Gemeinsam mit ihren Schwestern führt sie das Erbe ihres Vaters Harald Quandt fort. Die Harald Quandt Holding GmbH sitzt in Bad Homburg, sie hat Mehrheitsbeteiligung an diversen Finanzdienstleistungsunternehmen wie HQ Capital, HQ Equita und HQ Trust. Diese Finanzdienstleister betreuen insgesamt ein Vermögen von ca. 17 Milliarden US-Dollar.

Regelmäßig reist Rosenblat zum Firmensitz, um sich dort mit ihren Schwestern und den Geschäftsführern der einzelnen Firmen zu besprechen. „Wir haben riesige Verantwortung, denn unsere Firmen sind groß, und dementsprechend viele Leute leben davon, dass wir unseren Job gut machen. Natürlich haben wir erstklassige Geschäftsführer, aber ich selbst muss auch vor Ort sein“, erklärt Rosenblat. „Als Finanzdienstleister vertrauen uns viele Menschen ihr Geld an, eine solche Aufgabe erledigt man nicht nebenbei. Wenn man wie wir ein besonderes Erbe antritt, dann muss man es ernst nehmen, da sind wir alle sehr diszipliniert.“

Kaum Differenzen zwischen den Schwestern

Trotz der großen Aufgabe gebe es kaum Differenzen zwischen den Schwestern. Sie seien alle keine bösartigen Frauen, die sich gerne bekriegen, „und dass wir so früh unsere Eltern verloren haben, das hat uns zusammengeschweißt“. Manchmal würde die Gesellschafterin ihren Vater gerne fragen, wie er das findet, was sie bislang so gemacht hat? Ob er Verbesserungsvorschläge wüsste? Interessant wäre auch seine Meinung zur Konvertierung seiner Tochter. Colleen B. Rosenblat ist mit 25 Jahren zum orthodoxen Judentum übergetreten. „Weil mir etwas fehlte. Als Vollwaise fehlte mir jeglicher Halt. Es gab keinerlei Traditionen mehr für mich, kein Weihnachten, nichts. Und bei meinen jüdischen Freunden habe ich gesehen, was für einen tollen Zusammenhalt die hatten, was für eine Herzlichkeit, auch durch ihre Traditionen. Das fand ich erstrebenswert.“ Die junge Frau baute sich ihren eigenen Halt auf, eine Art Schutzwall. Sie trat einer Minderheit bei: „In diesem Minderheitsgedanken habe ich mich zu Hause gefühlt.“ Denn als Vollwaisin, Milliardenerbin und Enkelin von Magda Goebbels gehört man nicht unbedingt einer Mehrheit an.

In den USA, wohin sie nach ihrer Goldschmiedelehre in Frankfurt am Main gezogen war, lernte sie bei einem Rabbiner koscher zu kochen und zu essen. Übertreten wollte sie zunächst gar nicht, erst als der Kinderwunsch aufkam, kam ihr der Gedanke, „damit meine Kinder in der jüdischen Gemeinschaft auch als Juden akzeptiert werden“. Die neue Religion wurde zu der Heimat, die Colleen B. Rosenblat nie wirklich hatte: „Obwohl ich kein religiöser Mensch bin, ich bete nicht ständig zu Gott, aber ich lebe gerne in Traditionen. Das gibt mir Geborgenheit. Das Konvertieren war für mich ein Neuanfang.“

Sie wurde Jüdin, um eine Heimat zu verspüren

Sie heiratete 1989 einen Juden; mit dem Textiländler Michael Rosenblat lebte die Designerin viele Jahre in New York, Rosenblats absoluter Lieblingsstadt, weil die so aufgeladen sei mit Energie. Hier in Hamburg führt sie auch nach der Scheidung ihren jüdischen Glauben weiter, nur das koschere Essen konnte sich in Deutschland nicht aufrechterhalten lassen. Auf Dauer viel zu mühsam, sich das Fleisch aus der Schweiz schicken zu lassen. Aber jeden Freitag feiert die Familie Schabbat, zündet Kerzen an und bereitet ein Essen für Freunde und Kinder zu. An großen jüdischen Feiertagen besucht Rosenblat die Synagoge in der Hohen Weide. Ihr jetziger Mann ist Protestant, und die gemeinsame Tochter feiert einfach beide Feste, die jüdischen und die christlichen, sie kann es sich aussuchen. Besser zwei Heimaten als gar keine.

Colleen B. Rosenblat öffnet ein Fenster, denn es fängt an zu regnen. Die Designerin liebt Regen, da sei die Luft immer so schön. Soll man nun noch über die Schwester sprechen, die in den Armen von Colleen B. Rosenblat starb? Nein, die Vergangenheit hat Pause, lassen wir es regnen. Es gibt auch noch so viel zu tun für das große Jubiläumsfest, das am 8. November in und vor der Remise veranstaltet wird. Vor 20 Jahren wurde der Showroom eröffnet, so lange findet man hier schon Unikate auf mehreren Ebenen. 20 Jahre gute Zeiten.

Nur noch die eine Frage, ob sie trotz all der Schicksale in der Vergangenheit Dankbarkeit verspüre. Die Handwerkerin nimmt ihren Glücksstein in die Hand, überlegt und antwortet: „Natürlich habe ich mich gefragt, ob das alles wahr sein kann? Nein, meine Kindheit war nicht schön. Aber ich habe auch eine große Portion Glück erfahren, indem ich einen Charakter abbekommen habe, der so etwas aushält. Ich glaube, die Gene bestimmen, wie viel man schafft, ob das Limit hier oder in weiter Ferne liegt, ob man ein Suchtmensch ist oder es schafft, sich Sachen zu stellen. Ich bin ein starker Mensch. Ich habe einige schlimme Dinge erlebt, an denen bin ich nicht zerbrochen. Nun werden manche sagen: Die hatte doch immer Geld. Klar, hatte ich. Aber Geld hilft nicht bei allem. Ich bin gesegnet mit einer Kraft, die mich wieder aufstehen lässt, die mich optimistisch sein lässt. Ich kann nur dankbar sein.“