Hamburg

CDU: Besuch des Elternabends soll zur Pflicht werden

Opposition will bei ethnisch-kulturellen Konflikten zwischen Jugendlichen an Schulen Väter und Mütter stärker in die Verantwortung nehmen

Hamburg. Manchmal ist es nur ein verletzendes oder diskriminierendes Wort, im schlimmsten Fall mündet die Auseinandersetzung in körperliche Gewalt. Konflikte, die ihre Ursache in der unterschiedlichen Herkunft und Religionszugehörigkeit der Schüler haben, gehören an etlichen Schulen zur Realität und stellen Schulleiter und Lehrer bisweilen vor erhebliche Probleme.

„An Hamburgs Schulen, insbesondere an den Stadtteilschulen, aber auch an den Grundschulen, entwickeln sich leider immer mehr, teilweise auch mit körperlicher Gewalt ausgetragene ethnisch-kulturelle Konflikte aufgrund von Nationalität, Religion und Weltanschauung. Regeln und Respektspersonen werden immer weniger akzeptiert“, sagt Birgit Stöver, schulpolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion. Das betreffe vor allem muslimische Jugendliche aus dem Vorderen Orient.

„Solche Auseinandersetzungen können der Beginn einer Radikalisierung und Islamisierung sein. Schulen und Lehrer sind mit der Situation teils überfordert und schauen bei diesen Konflikten lieber weg“, sagt Stöver. Das Phänomen dürfe „nicht kleingeredet oder gar negiert“ werden. In einem Parlamentsantrag fordert die CDU den rot-grünen Senat auf, auf die neue Entwicklung angemessen zu reagieren. Lehrer und Schulleiter müssten auf die Problematik besser vorbereitet werden.

Die CDU will auch die Eltern stärker in die Verantwortung nehmen. „Wenn es an einer Schule überdurchschnittlich häufig zu derartigen Vorfällen kommt, muss es Schulen ermöglicht werden, Eltern zur Teilnahme an Elternabenden und Lernentwicklungsgesprächen zu verpflichten“, sagt Stöver. Dazu müsste das Schulgesetz geändert werden. Außerdem hält die Union die Ausweitung von Klassenräten, in denen die Schüler aktuelle Themen und Pro­bleme besprechen, für sinnvoll. Stöver: „So kann man Konflikte bereits im Klassenverband besprechen und ausräumen oder deren Ausweitung verhindern.“

Der Senat sieht die Schulen dagegen gut gerüstet. „Der Umgang mit möglichen herausfordernden Situationen durch politische Entwicklungen und Fragen, die aus der Lebenswelt der Schüler erwachsen, gehört zum Standardrepertoire pädagogischen Arbeitens“, heißt es in der Senatsantwort auf eine Stöver-Anfrage eher vage. „Ein verstärktes Auftreten von Konflikten kann aus Sicht der für Bildung zuständigen Behörde nicht festgestellt werden“, schreibt der Senat.