Eimsbüttel

Neue Ideen für Eimsbüttler Marktplatz

Bezirkschef Kay Gätgens will ihn umgestalten. Grindelallee könnte Uni-Boulevard werden

Eimsbüttel.  Früher einmal Vieh- und Wochenmarkt, ist der Eimsbüttler Marktplatz heute ein vielspuriger Verkehrsknotenpunkt mit 75.000 Fahrzeugen pro Tag. Bezirksamtsleiter Kay Gätgens möchte das ändern. Er wolle den Eimsbüttler Marktplatz zu einem „attraktiven und urbanen Stadtraum mit hoher Aufenthaltsqualität“ umbauen, sagte er dem Abendblatt. Das umfasse auch eine Neuordnung der Verkehrsströme von Kieler Straße und Frucht­allee und solle „perspektivisch in den nächsten zehn bis 15 Jahren“ erfolgen.

Eine Idee könnte ein kleinerer, kompakter Kreisel sein, der Platz schaffe für Wohnungen, Läden, Büros und Cafés sowie einen Übergang zum neu gestalteten Bahnhof Diebsteich. „Konkrete Schritte in diese Richtung gibt es noch nicht“, betont Gätgens. Doch werde der Eimsbütteler Marktplatz durch seine Lage zwischen dem neuen Fernbahnhof Diebsteich und der Osterstraße eine völlig neue Funktion erhalten und „an dieser historischen Schnittstelle zugleich Auftakt für das Kerngebiet Eimsbüttels und für das neue Quartier am Diebsteich“ werden.

Dort, wo jetzt noch vielspurig Verkehr durchrausche und sich niemand gerne länger aufhalte, soll eine bauliche Neugestaltung dem alten Marktplatz „eine neue, urbane und attraktive Funktion und Gestalt“ geben, zum Beispiel mit Gebäuden, in denen unten Läden und Cafés und in den Obergeschossen Wohnungen untergebracht werden, sowie mit attraktiven, gut nutzbaren Wegen und Grünflächen. Ebenso wie bei „Eimsbüttel 2040“, einem kürzlich vorgestellten bezirklichen Leitbild für die künftige Stadtteilentwicklung, und den laufenden Planungen für den Fernbahnhof Diebsteich sollen auch bei der Umgestaltung des Eimsbütteler Marktplatzes Bürger mitreden dürfen.

Tatsächlich ist diese Umgestaltung im weiteren Sinne Bestandteil der Rahmenplanungen für den neuen Fernbahnhof, der im Osten über die Kieler Straße hinaus noch der Eimsbütteler Marktplatz und das Areal der Kurt-Tucholsky-Schule umfasst. „Der sich aus der Verlagerung des Fern- und Regionalbahnhofs Altona ergebende Entwicklungsimpuls soll durch die vorbereitende Untersuchung und Rahmenplanung genutzt werden, um städtebauliche Strukturen im umgebenden Stadtraum neu zu ordnen und eine optimale verkehrliche Einbindung im gesamtstädtischen Interesse sicherzustellen“, sagt Barbara Ketelhut, Sprecherin der Stadtentwicklungs­behörde.

Auch das Universitätsumfeld soll perspektivisch aufgewertet werden. „Wenn die U 5 gebaut wird, sollte man über die Umgestaltung der Grindelallee nachdenken“, sagt Bezirksamtsleiter Gätgens. Die U 5, die unterhalb der Straße verlaufe, würde den heute sehr eng getakteten Busverkehr und damit auch die Busspuren überflüssig machen. „Die Grindelallee könnte dann zu einer richtigen Allee mit Cafés und Außengastronomie werden.“ Zwar werde die U 5 frühestens in 15 Jahren fahren, doch schon jetzt müsse man bevorstehende Veränderungen im Bezirk im Blick haben.

Wenn die Entwicklung so weitegeht, wächst Eimsbüttel bis 2040 voraussichtlich von 260.000 auf dann 290.000 Einwohner, rund 20.000 neue Wohnungen würden benötigt. Für die Konzeptstudie „Eimsbüttel 2040 Zukunft. Lebenswert. Gestalten“ waren 1400 Bürger befragt worden. Zu den sieben Kernzielen gehört, das Potenzial der Hauptverkehrsstraßen für den Wohnungsbau auszuschöpfen und die einzelnen Stadtteil­kerne deutlich zu stärken. Auch die Grünflächen sollen besser strukturiert, in gewachsenen Vierteln behutsam nachverdichtet und die Verkehrswege optimiert werden. Gätgens: „Wir wollen die Zukunft des Bezirks aktiv lebenswert gestalten.“