Illegale Aktion

Hunderte Plakate nach NSU-Urteil in Hamburg: vier Festnahmen

Im Juni 2014 wurde eine Straße in Bahrenfeld nach dem NSU-Opfer Süleyman Tasköprü benannt (Archivbild)

Im Juni 2014 wurde eine Straße in Bahrenfeld nach dem NSU-Opfer Süleyman Tasköprü benannt (Archivbild)

Foto: imago/Lars Berg

Demonstranten klebten die Plakate an Geschäfte und Häuser. Polizei ermittelt wegen politisch motivierter Sachbeschädigung.

Hamburg. Nach dem Urteil im Münchner NSU-Prozess sind am Mittwochabend in mehreren Hamburger Stadtteilen Hunderte Plakate angebracht worden, auf denen weitere Aufklärung der Taten der Rechtsterroristen gefordert wird. Eine solche Plakatierung ist jedoch verboten.

Nach Angaben eines Polizeisprechers hat es vier vorläufige Festnahmen gegeben. Die Plakate seien zum Teil mit Kleister an Geschäfte oder Häuser geklebt worden. In den Fällen, in denen sich die Plakate nicht rückstandslos entfernen lassen, wird laut Polizei wegen politisch motivierter Sachbeschädigung ermittelt. Bleibe nichts zurück, werde es als "wildes" Plakatieren weiterverfolgt.

Kurz vor der Plakataktion hatten bis zu 1000 Demonstranten in Hamburg eine weitere Aufarbeitung des Mordes an dem Gemüsehändler Süleyman Taşköprü im Stadtteil Bahrenfeld verlangt. Er ist einer von zehn Opfern, die dem NSU zwischen 2000 und 2007 zugerechnet werden. Am Mittwoch war die Hauptangeklagte Beate Zschäpe zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Auf den in der Stadt verteilten Plakaten wurde nach Polizeiangaben unter anderem ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss auch in Hamburg gefordert.