Hamburg

Kafka-Handschrift für 150.000 Euro versteigert

Franz Kafka, hier in einer Porträtaufnahme aus dem Jahr 1906

Franz Kafka, hier in einer Porträtaufnahme aus dem Jahr 1906

Foto: picture alliance

In Hamburg wurde am Sonnabend ein Manuskript des weltberühmten Schriftstellers versteigert, es bleibt wohl in Privatbesitz.

Hamburg. Ein Manuskript von Franz Kafka (1883-1924) ist am Sonnabend in Hamburg für 150.000 Euro versteigert worden. Es sei die handgeschriebene Einleitung zu einem Romanprojekt von Kafka und seinem Freund Max Brod (1884-1968), erklärte das Auktionshaus Christian Hesse. Die beiden Autoren hätten im Jahr 1911 gemeinsam einen Roman mit dem Titel "Richard und Samuel" schreiben wollen.

Inhalt sollte eine gemeinsame Reise der beiden Hauptfiguren, die für die Autoren selbst stehen sollten, durch die Schweiz und Norditalien sein. Das Projekt sei an den unterschiedlichen Arbeitsweisen von Kafka und Brod gescheitert. Nur ein erstes Kapitel sei 1912 in den "Herderblättern" erschienen. Die handschriftliche Einleitung habe sich seit 1983 in Schweizer Privatbesitz befunden.

Es sei die erste Versteigerung einer Kafka-Handschrift seit 1988 gewesen, als das Manuskript des Romans "Der Prozess" unter den Hammer kam, hieß es. Das Mindestgebot für die sechs beschriebenen Seiten war mit 90.000 Euro angegeben worden. Den Zuschlag erhielt nach Informationen des NDR-"Hamburg Journals" eine private Sammlung.