Hamburg

Prostituierte warten mehrere Wochen auf Gesundheitsberatung

Prostituierten müssen für die  Gesundheitsberatung Wartezeiten von mehreren Wochen in Kauf nehmen (Symbolbild)

Prostituierten müssen für die Gesundheitsberatung Wartezeiten von mehreren Wochen in Kauf nehmen (Symbolbild)

Foto: picture alliance / dpa / Oliver Berg

Zwischen November und Ende April hat es in Hamburg mehr als 800 Gesundheitsberatungen gegeben. Das plant die Sozialbehörde.

Hamburg. Rund zehn Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes zum Schutz von Prostituierten müssen Betroffene in Hamburg für die verpflichtende Gesundheitsberatung derzeit Wartezeiten von mehreren Wochen in Kauf nehmen. "Zukünftig ist geplant, zusätzlich zu den Beratungen mit Termin auch offene Sprechstunden anzubieten und das Beratungsangebot damit entsprechend auszuweiten", sagte ein Sprecher der Sozialbehörde.

Zwischen Anfang November und Ende April habe es bereits mehr als 800 der Anmeldung vorangestellten Gesundheitsberatungen gegeben. Die Anmeldebescheinigung, in der Branche nur "Hurenpass" genannt, hätten bislang 428 Prostituierte erhalten.

Das Prostituiertenschutzgesetz, das seit 1. Juli vergangenen Jahres gilt, soll stärker vor Ausbeutung und Zwang schützen und sieht unter anderem eine Kondompflicht für Freier vor. Von Interessenverbänden wird es jedoch scharf kritisiert. Es verletze unter anderem die Grundrechte der Prostituierten, etwa das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, heißt es in einer Stellungnahme der Organisation Dona Carmen, die sich für Betroffene einsetzt.