Demonstrationen

Linksextreme demonstrieren zum Tag der Arbeit

Der Demonstrationszug sammelt sich vor dem linksautonomen Kulturzentrum Rote Flora im Schanzenviertel.

Der Demonstrationszug sammelt sich vor dem linksautonomen Kulturzentrum Rote Flora im Schanzenviertel.

Foto: dpa

Zum 1. Mai gehen in Hamburg in diesem Jahr wieder Linksextreme auf die Straße. Nach den Krawallen rund um den G20-Gipfel im vergangenen Jahr rechnen Organisatoren und Polizei diesmal mit einem friedlichen Verlauf. Schon am Vorabend gingen linke Feministinnen auf die Straße.

Hamburg. Unter dem Motto "Kapitalismus - immer noch scheiße! Heraus zum 1. Mai!" wollen Linksextreme am Tag der Arbeit vom Hamburger Hauptbahnhof nach Wandsbek ziehen. Zur "Revolutionären 1. Mai-Demo" sind laut Polizei 1500 Teilnehmer angemeldet. Hinter der Demonstration steht der Rote Aufbau Hamburg, der vom Landesamt für Verfassungsschutz als gewaltorientiert eingestuft wird. Schon am Vorabend zog eine radikalfeministische Demo vom linksautonomen Kulturzentrum Rote Flora im Schanzenviertel zum "Park Fiction" auf St. Pauli.

Unter dem Motto "Take back the Night" wurde gegen Sexismus und Homophobie und für eine offene Gesellschaft frei vom konservativen Geschlechterverständnis demonstriert. An dem Zug, der auch über die Reeperbahn führte, beteiligten sich nach Polizeiangaben zwischenzeitlich über 1000 Menschen - vor allem Frauen. Nennenswerte Zwischenfälle gab es nicht.

Die Polizei zeigte entlang der Demonstrationsroute und im Schanzenviertel deutlich Präsenz. In der Vergangenheit war es wiederholt auch schon in der Walpurgisnacht zu Ausschreitungen rund um die Rote Flora gekommen.

Die Organisatoren der "Revolutionären 1. Mai-Demonstration" sehen ihre Veranstaltung als Alternative zur klassischen Maikundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der an diesem Dienstag neben einer Hauptkundgebung auf dem Bert-Kaempfert-Platz vor dem Museum der Arbeit auch zu weiteren Demonstrationen in Harburg und Bergedorf aufgerufen hat.

Nachdem die "Revolutionäre 1. Mai-Demonstration" im vergangenen Jahr ohne nennenswerte Zwischenfälle blieb, erwartet die Polizei auch in diesem Jahr einem friedlichen Verlauf. Dennoch werde der Demonstrationszug mit ausreichend Kräften begleitet, sagte ein Sprecher. Wegen der schweren Krawalle um den G20-Gipfel im vergangenen Jahr im Schanzenviertel - an denen auch "gewaltbereite Partytouristen" ihren Anteil gehabt hätten -, werde die Polizei auch dort Präsenz zeigen.