Hamburg

Saga erhöht Stellplatzmieten deutlich

Städtischer Wohnungskonzern verlangt nun oft das Doppelte. Mieterverein geht von Hunderten Betroffenen aus

Hamburg. Der städtische Konzern Saga ist bekannt für die Vermietung von günstigen Wohnungen. Bei den Stellplätzen für Fahrzeuge sieht das jedoch anders aus. Wer für sein Auto in der Innenstadt oder der näheren Umgebung einen Tiefgaragenparkplatz der Saga Unternehmensgruppe angemietet hat, muss offensichtlich künftig wesentlich mehr bezahlen. Für viele Stellplätze hat die Saga die Miete sogar verdoppelt.

Einer der Betroffenen ist Ingo Hassenstein. Seit rund sieben Jahren parkt der 42 Jahre alte Musiker seinen Wagen in einer Saga-Tiefgarage an der Bleicherstraße auf St. Pauli. Bisher hat er 45 Euro netto für seinen Stellplatz gezahlt. „Ab dem 1. April muss ich 80 Euro netto zahlen, die Gesamtmiete beträgt dann 95,20 Euro“, sagt er.

„Unter der Berücksichtigung der aktuellen Marktsituation und dem Erfordernis, wirtschaftlich zu arbeiten, haben wir die derzeitige Miete geprüft“, heißt es in dem Brief der Saga, den Ingo Hassenstein am 3. Januar erhalten hat und der dem Abendblatt vorliegt. „Eine Anpassung ist leider unumgänglich.“

Nach Angaben des Mietervereins Mieter helfen Mietern habe es bereits zahlreiche Beschwerden zu diesem Thema gegeben – vor allem aus St. Pauli und der Neustadt. „Bei allen Betroffenen, die sich bei uns gemeldet haben, hat sich die Miete Pi mal Daumen verdoppelt“, sagt Marc Meyer, Jurist bei Mieter helfen Mietern. „Ich gehe davon aus, dass es in Hamburg Hunderte Betroffene gibt.“

Wie viele Stellplatzmieter genau und in welchen Stadtteilen künftig mehr zahlen müssen, kann der städtische Konzern nicht sagen. „Wir prüfen regelhaft die Stellplatzmieten und passen diese dem lokalen Markt an“, sagte Saga-Sprecher Gunnar Gläser dem Abendblatt auf Anfrage. Eine kürzlich durchgeführte Überprüfung habe ergeben, dass Mieten in innerstädtischen Bereichen im Marktvergleich sehr niedrig gewesen seien. „Darüber hinaus gab es zum Teil historisch gewachsene Preisunterschiede bei identischen Produkten“, sagte Gläser. Daher habe sich die Saga dazu entschieden, die Stellplatzmieten neu zu definieren und vergleichbare Stellplätze zu einem einheitlichen Preis zu vermieten. Die Mieten lägen dabei jedoch immer noch am unteren Ende der Vergleichsmieten am Markt. Gläser: „Es kann jedoch sein, dass im Einzelfall ein Mieter mit einer historisch sehr niedrigen Miete eine im Verhältnis hohe Mietanpassung erhalten hat.“

Wehren können sich die Betroffenen übrigens nicht gegen die Mieterhöhung. „Diese ist rechtlich zulässig“, sagt Marc Meyer vom Verein Mieter helfen Mietern.