Neubürger

Brexit: Immer mehr Briten wollen in Hamburg Deutsche werden

Offiziell Deutscher: Der gebürtige Nordire Brian Maginess (l.) nahm im September im Rathaus seine Einbürgerungsurkunde von Bürgermeister Olaf Scholz entgegen

Offiziell Deutscher: Der gebürtige Nordire Brian Maginess (l.) nahm im September im Rathaus seine Einbürgerungsurkunde von Bürgermeister Olaf Scholz entgegen

Foto: Michael Rauhe

Die Zahl der britischen Staatsbürger, die sich 2017 einbürgern ließen, stieg um mehr als 200 Prozent gegenüber 2016.

Hamburg. 373 Briten sind im vergangenen Jahr in Hamburg eingebürgert worden. Im Vergleich zu 2016 – damals ließen sich 124 britische Staatsangehörige in Hamburg einbürgern – ist das eine Steigerung von über 200 Prozent. Das teilte der Senat am Montag mit.

Insgesamt hat die Abteilung für Einbürgerungs- und Staatsangehörigkeitsangelegenheiten des Einwohner-Zentralamtes im vergangenen Jahr 6496 Einbürgerungsanträge entgegengenommen und 10.558 Beratungsgespräche geführt. Es wurden 5.608 Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit eingebürgert. Die Dauer der Einbürgerungsverfahren betrug von Antragstellung bis zur Entscheidung im Durchschnitt fünf Monate.

Die meisten Neubürger kommen aus Afghanistan, der Türkei, Polen und dem Iran

Trotz leicht rückläufiger Zahlen der Spitzenreiter der vergangenen Jahre belegen die Einbürgerungen von Menschen aus den Herkunftsländern Afghanistan, Türkei, Polen und dem Iran erneut die vorderen Plätze der Statistik. Bemerkenswert ist, dass im Jahr 2017 nach einem Anstieg um 249 Einbürgerungen im Vergleich zum Vorjahr erstmals Großbritannien als Herkunftsland unter den ersten fünf Plätzen gelistet ist.

Die Entwicklung der Einbürgerung der vergangenen Jahre im Überblick

"Auch wenn die Gründe für eine Einbürgerung nicht erfasst werden, ist davon auszugehen, dass die Zunahme der Einbürgerungen britischer Staatsangehöriger im Zusammenhang mit dem Referendum über den EU-Austritt des Vereinigten Königreichs im Juni 2016 steht", heißt es in der Mitteilung des Senats.

Hauptherkunftsländer der eingebürgerten Personen

Neben den statistisch gut vertretenen Ländern erfolgen in Hamburg darüber hinaus Einbürgerungen von Menschen aus nahezu allen Teilen der Welt. So haben beispielsweise auch jeweils eine Person von den Inselstaaten Dominica und den Nördlichen Marianen in Hamburg die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen. Um die Bedeutung der Einbürgerung festlich hervorzuheben und die Neubürgerinnen und Neubürger herzlich willkommen zu heißen, finden im Hamburger Rathaus mehrmals im Jahr Einbürgerungsfeiern statt. Im vergangenen Jahr haben an sechs Veranstaltungen insgesamt etwas mehr als 3.000 Gäste teilgenommen.

Die nächste Einbürgerungsfeier findet am 23. Januar 2017 statt, bei der auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Rahmen seines zweitägigen Aufenthalts in Hamburg anwesend sein wird. Informationen über den Weg zur Einbürgerung und die rechtlichen Bedingungen können unter www.einbuergerung.hamburg.de abgerufen werden.