Hamburger Polizei

Weniger Verkehrskontrollen wegen unbesetzter Stellen

Hamburg hat Probleme mit der Verkehrsüberwachung (Symbolbild)

Hamburg hat Probleme mit der Verkehrsüberwachung (Symbolbild)

Foto: Imago/MCPHOTO

Situation wird sich nach Einschätzung der Deutschen Polizeigewerkschaft noch verschärfen. Keine Großkontrolle in Vorweihnachtszeit.

Hamburg.  Rekordzahlen bei den Unfallfluchten, Probleme mit Rotlichtfahrern und Rasern – Hamburgs Verkehrsdirektion hat viel zu tun. Doch es fehlt Personal. „Die Verkehrsdirektion wurde bei der Personalzuweisung stiefmütterlich behandelt“, sagt der stellvertretende Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Thomas Jungfer. Rund 30 Stellen der Verkehrsdirektion, die eine Sollstärke von 376 Beamten hat, seien deshalb vakant. „Das ist eine Größe, die sich merklich auf den täglichen Dienst auswirkt“, so Jungfer. „Von den Hamburgern und der Politik wird Verkehrsüberwachung gefordert. Das muss der Polizei auch möglich sein.“

Keine Großkontrolle in Vorweihnachtszeit

Die VD, so die Kurzform für den Bereich der Polizei, sei tatsächlich nicht in der Lage, alle gestellten Aufgaben in vollem Umfang zu erfüllen. „Wir hatten in diesem Jahr beispielsweise keine einzige Großkontrolle in der Vorweihnachtszeit“, so Jungfer. Diese waren in früheren Jahren Usus und wurden sogar mehrfach im November und Dezember durchgeführt. Grund waren dabei auch die Belastungen der Bereitschaftspolizei und der Wachen. „Große Aktionen kann die VD ohnehin nicht mit eigenen Personal bewältigen“, so Jungfer. „Dafür ist immer personelle Unterstützung notwendig.“

Jungfer: Situation wird sich verschärfen

„In den kommenden Jahren wird die Verkehrsdirektion ein besonderes Augenmerk beim Personal brauchen“, sagt Jungfer. Denn die Situation wird sich nach seiner Einschätzung noch verschärfen. „In der VD sind viele lebensältere Beamte. Dort wird sich die Pensionierungswelle besonders stark bemerkbar machen.“ Laut Polizei wird in den kommenden Jahren rund ein Drittel der Beamten in den Ruhestand gehen. Um das zu kompensieren, war die Einstellungsoffensive 300+ ins Leben gerufen worden. Insgesamt sollen so 500 zusätzliche Beamte für den Vollzugsdienst gewonnen werden. 200 davon sollen durch Umorganisation aus dem Apparat kommen.

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