Airbus

Nur ein Auftrag von Emirates kann den A380 retten

Scheich Ahmad bin Saeed Al-Maktoum, Tom Enders und Emirates-CEO Tim Clark holen den 100. Airbus A380 in Hamburg ab

Scheich Ahmad bin Saeed Al-Maktoum, Tom Enders und Emirates-CEO Tim Clark holen den 100. Airbus A380 in Hamburg ab

Foto: FABIAN BIMMER / REUTERS

Verhandlungen über einen 16-Milliarden-Dollar-Deal abgebrochen. Großkunde Emirates stellt Airbus beim A380 Bedingungen.

Hamburg. Über die Zukunft des A380 wird seit Monaten in der Luftfahrt spekuliert. Branchenexperten erwarten das Aus für das größte Passagierflugzeug der Welt, weil der Hersteller Airbus seit Jahren keinen neuen Auftrag vermelden konnte und sich im Orderbuch einige Karteileichen befinden sollen. Insidern zufolge hängt die Zukunft des Jets nun an einem einzigen Kunden: dem Hauptabnehmer Emirates.

Airbus arbeite bereits an Notfall­plänen für den Fall, dass die Fluggesellschaft mit Sitz in Dubai den Europäern nicht den ersehnten Auftrag über 36 weitere A380 erteilt, sagten drei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. „Wenn der Vertrag mit Emirates nicht zustande kommt, wird Airbus die A380-Produktion auslaufen lassen“, sagte eine von ihnen. Eine mit der Sache vertraute Person bestätigte dem Abendblatt die Gedankenspiele.

Dubai: Verhandlungen mit Airbus abgebrochen

Auf der Luftfahrtmesse in Dubai waren die Verhandlungen über die bis zu 16 Milliarden Dollar schwere Bestellung im November unmittelbar vor der Unterschrift abgebrochen worden. Emirates hatte die Zusicherung gefordert, dass das Großraumflugzeug noch mindestens ein Jahrzehnt produziert wird. Emirates ist mit 142 bestellten und 101 gelieferten Maschinen bei Weitem der größte Kunde für den einstigen Hoffnungsträger von Airbus.

Emirates holt den 100. Airbus A380 ab

Viele Fluglinien entscheiden sich heute für kleinere Jets, die leichter auszulasten und günstiger zu warten sind. Insgesamt hat Airbus bis Ende November 317 Bestellungen für den A380 erhalten, 224 davon sind ausgeliefert. Doch Experten rechnen damit, dass die Hälfte der ausstehenden Orders erst gar nicht umgesetzt wird, weil die Besteller kein Geld oder andere Pläne haben. Wurden 2015 noch 27 A380 ausgeliefert, so sollen es 2018 zwölf und von 2019 an nur noch acht pro Jahr sein.

Auch in Hamburg hängen viele Arbeitsplätze an dem Riesenflieger, der von hier aus zu seinem wichtigsten Abnehmer Emirates ausgeliefert wird. So werden auf Finkenwerder die Inneneinrichtung eingebaut und die Jets lackiert.