Jahresrückblick 2017

Sterne, Fisch und Bar des Jahres: Hamburgs Gastro-Highlights

Barkeeperin Betty Kupsa

Barkeeperin Betty Kupsa

Foto: Marcelo Hernandez

Die Gastronomieszene ist ständig in Bewegung. Das Abendblatt stellt die besten Neueröffnungen vor und wagt einen Ausblick auf 2018.

Hamburg. Viele Hamburger wissen das schon lange: Die Hansestadt ist eine Stadt für Feinschmecker. Tatsächlich liegt Hamburg einer Studie der Plattform Caterwings aus diesem Jahr zufolge auf Platz 20 der 100 "Besten Städte für Feinschmecker". Damit konnte sich die Hamburg gegen Städte wie Bangkok, Bordeaux und Rom durchsetzen. Außerdem liegt Hamburg in Sachen Vielfalt, Qualität und Preis sogar deutlich vor Berlin.

Jahresrückblick: 2017 in zwei Minuten
Jahresrückblick: 2017 in zwei Minuten

Und die Gastronomieszene ist ständig in Bewegung. Eigentlich vergeht keine Woche, ohne dass irgendwo ein neues Restaurant oder eine Bar eröffnet wird. Doch nicht jedes Konzept setzt sich durch – manch einer muss auch feststellen, dass er oder sie nicht zum Gastronom berufen ist. Bei all dem Kommen und Gehen kann man schnell man schnell den Überblick verlieren. Das Abendblatt fasst das Gastro-Jahr 2017 zusammen, stellt die wichtigsten Neueröffnungen vor und wagt einen kulinarischen Ausblick auf das kommende Jahr.

Diese Lokale haben 2017 neu eröffnet

Botanic District Wie ein roter Faden zieht sich das Botanische nun durch die ehemaligen Räumlichkeiten von Pius Weinbar. Dort haben Johannes Schröder und Tim Lang im Oktober ihr Restaurant Botanic District eröffnet. Die beiden Vollblut-Gastronomen setzen vor allem auf die Macht der Kräuter. Die zum Teil herben und mit Kräutern verfeinerten Highballs (ab 5,50 Euro) mit Lavendel oder Thymian sind der ideale Speisebegleiter zu den vielfältigen Bowls-Variation, wie der "Botanic Bowl" mit Tofu, Spinat und Granatapfelkernen (12,50 Euro), oder Burgern mit Fleisch oder wahlweise Fisch.

Cantina Popular Die Verzahnung von Bar und Restaurant gewinnt in vielen neuen Lokalen an Bedeutung. So beispielsweise auch in der Cantina Popular am Schulterblatt. Mit-Inhaber und Erfolgsautor Heinz Strunk weckte vor der Eröffnung hohe Erwartungen – und sie wurden erfüllt. Der „Querschnitt durch die Rezepturen und Gerichte von Mexiko bis Patagonien“ ist gelungen. Die Portionen sind zwar größer als herkömmliche Tapas, aber nichts zum Sattwerden. Also am besten mehrere Gerichte zum Teilen bestellen, dann kann man ihre geschmackliche Vielfalt auch besser erleben. Dazu empfiehlt sich eine der vielen Cocktailkreationen mit südamerikanischen Spirituosen wie Pisco, Rum oder Tequila.

Ahoi Im Januar eröffnete TV-Koch Steffen Henssler in den ehemaligen Räumlichkeiten der Fischbratküche Daniel Wischer an der Spitalerstraße sein Lokal Ahoi. Auf der Speisekarte stehen "Steffens TOP 10". Dazu gehören Wiener Schnitzel, krosse Entenkeule aus dem Ofen, Salate, verschiedene Sushi-Rollen, Burger, diverse Beilagen und Desserts. Im Außer-Haus-Verkauf werden neben Fish-and-Chips auch Salate, Sushi und Garnelen angeboten.

Food Sky Rund 1000 Sitzplätze auf 3000 Quadratmetern Fläche bietet die neue Gastro-Ebene in der Europa Passage. Besucher können zwischen 15 Gastro-Anbietern wählen, darunter weiterhin Pizza Hut und das Gourmet-Restaurant Se7en Oceans sowie Neuheiten wie EssBar und Hanoi Deli und die erste Deutschland-Filiale der finnischen Burger-Kette Friends & Brgrs. Neu mit dabei ist auch Vincent Vegan The Deli, die mit fleischlosen Gerichten zu überzeugen wissen.

Hook Dogs Nach dem Burger-Hype setzt die Paniceus Gastro Systemzentrale um Geschäftsführer Patrick Junge (Peter Pane) jetzt auch auf Hot Dogs. Seit Februar serviert man bei Hook Dogs in Altona 14 verschiedene Sorten Premium-Hot Dogs und „kunstvolle Milchshake-Wunderwerke“. Neben dem klassischen „heißen Hund“ mit Senfsoße, süßen Gurken und Zwiebeln werden auch Veggie Dog und Quinoa Dog angeboten.

Mit freundlichen Grüßen: So manches Frühstück ersetzt auch das Mittagessen, wie zum Beispiel im neueröffneten Café Mit freundlichen Grüßen im ersten Stock des Vodafone-Shops am Jungfernstieg . Das kleine Café biete zahlreiche Frühstückvariationen wie "Knusper-Uschis" (Müslischüsseln, 5,50 Euro), Pancake-Variationen (ab 4,50 Euro) oder das "Moin Moin"-Krabben-Frühstück (11,50 Euro), das mit seinem riesigen Rührei-Berg garantiert jeden hungrigen Seebären satt macht.

Le Bureau Einen sympathischen Treffpunkt hat Faried Elzein mit seinem kleinen Bistro Le Bureau am Lehmweg in diesem Jahr eröffnet. Zehn Jahre lang hat der Wirt im Café Kaufrausch gearbeitet, seit dem Sommer ist er sein eigener Herr. An sieben Tagen in der Woche werden hier tagsüber Frühstück und ein wechselnder Mittagstisch angeboten. Renner ist die Brotzeit ab 5,50 Euro mit syrischen Köstlichkeiten. Für den Abend stehen unter anderem Tagliata, Flammkuchen, Salate, Pasta und Tatar auf der Karte.

Gassenhaur Das Schatto Pauli ist Geschichte: An der Rückseite vom Schmidts Tivoli hat im September das neue Restaurant Gassenhaur von Theater-Macher Corny Littmann und Co. eröffnet. Ganz bescheiden verspricht man in dem Restaurant mit österreichischer Küche das "beste Original Wiener Schnitzel außerhalb der Alpenrepublik". Aber auch Vegetarier und Fischfreunde werden hier fündig. Der Kaiserschmarrn zum Nachtisch darf natürlich ebenfalls nicht fehlen.

Überquell Besonders groß gefeiert wurde in diesem Jahr die Wiedereröffnung der Riverkasematten auf St. Pauli, in denen der ehemalige Profi-Windsurfer Axel Ohm sowie sein Partner Patrick Rüther ihr Braugasthaus ÜberQuell eingeweiht haben. Im BrewPub können Gäste die Tanks der hauseigenen Brauerei bestaunen und diverse Bierkreationen wie Pale Ale, Original Lager oder saisonale Spezialitäten kosten. Den Hunger stillt Küchenchefin Yasmin Ambo Masse mit echten neapolitanischen Pizzen.

Salt & Silver – Zentrale Sehnsucht nach Abendteuern und fernen Ländern, Lust an außergewöhnlichem Essen, Spaß am Surfen, Unkonventionalität und Coolness – all das servieren Thomas „Cozy“ Kosikowski und Johannes „Jo“ Riffelmacher ihren Gästen im Salt&Silver. Im ehemaligen Café "Amphore" an der Hafenstraße setzen die beiden einige ihrer unzähligen Rezepte, die sie auf ihren Reisen durch Südamerika gesammelt haben, in die Tat um. Die Gerichte sind nicht nur optisch eine Augenweide, sondern auch ein wahres Geschmackserlebnis.

Izakaya Auf Deutsch „Kneipe“ – heißt das neue Restaurant am Nikolaifleet im Hotel Sir Nikolai. Moderne japanische Küche mit südamerikanischen Einflüssen wird dort angeboten. Thunfisch-Tatar, Spinatsalat mit Shrimps, Ceviche, Austern, Sushi, verschiedene Fischgerichte und Spezialitäten vom japanischen Wagyu-Rind stehen auf der Karte. Der Küchenbereich ist offen, von den stylish-modernen Tischen kann man den Köchen bei der Arbeit zusehen. Besonders gemütlich ist der wie eine Bibliothek eingerichtete Raum namens Patio, wo bei gutem Wetter das Glasdach geöffnet wird.

Somedimsum Singapore’s Pork‘n Shrimp, Duck Delight, Spicy Backyard – seit diesem Jahr ist Hamburg um eine kulinarische Sehenswürdigkeit reicher. Benjamin Heine, in Sternelokalen geschliffener Koch mit Faible für Asien und Australien, hat den Geschmack aus asiatischen Garküchen in die Stadt gebracht und seinen Dumplingladen SomeDimSum eröffnet. Die kleinen Teigtaschen (Dim Sum) gibt es gedämpft, gebraten, gefüllt mit Fleisch oder Fisch sowie vegetarisch und vegan.

Momo Ramen Ein Trend, der offenbar auch in Hamburg ankommt: Ramen-Bars bieten vor allem japanische Nudelsuppen an, aber auch eine traditionelle japanische Kneipenküche ("Izakaya") findet man hier oft. In Japan werden Ramen in besonderen Restaurants verkauft, die sich ausschließlich auf den Verkauf dieser Suppen spezialisiert haben. So auch das Momo Ramen auf St. Pauli. Neben japanischen Suppen gibt es eigens kreierte Cocktails. Kurz zuvor hatte bereits der Kokomo Noodle Club mit einem ähnlichen Konzept auf St. Pauli eröffnet.

Nakama Nur wenige Wochen nach der Eröffnung schwärmen die Besucher: „Eine tolle kulinarische Bereicherung für Hamburg zu einer der Qualität entsprechenden sehr fairen und guten Preis-Leistung.“ Die Rede ist vom Nakama. Das panasiatische Restaurant an der Willy-Brandt-Straße setzt auf eine Fusion aus Küche und Bar im Sinne des Foodpairings: Hausgemachtes Lachstatar, Wakame-Salat oder Sake-Teriyaki bis hin zu Bio-Thunfisch-Sashimi stehen auf der Karte. Dazu serviert man auf das Essen bezogene Sake-Drinks.

Rive Nach der Übernahme durch Yvonne und Alexander Tschebull weht ein frischer Wind im Rive: modernes Interieur, neue Karte, zeitgemäße leichte Küche. Natürlich gibt es weiterhin Klassiker wie Bouillabaisse, Pannfisch, Kaviar und Austern sowie die Meeresfrüchte-Etagere für zwei Personen mit Hummer und allerlei Krustentieren. Aber jetzt stehen eben auch Poke und Ceviche, Calamaretti vom Grill und Fjordforelle auf der Karte.

bianc: Nach dem der in Italien gebürtige Matteo Ferrantino mit Spitzenköchen wie Eckart Witzigmann, Roland Trettl und Dieter Koschina gearbeitet hat, serviert er seinen Gäste nun in der HafenCity mit Blick auf die Elbphilharmonie eine kreative, mediterrane Küche. Serviert werden ausschließlich von Wein begleitete Menüs, die aus drei Varianten mit jeweils vier, fünf oder sechs Gängen zusammengestellt werden können.

Waterkant Zahlreiche Prominente kamen zur Eröffnung. Denn das Waterkant-Grill-Fish-Bar beeindruckt nicht nur mit dem neuen Design des Londoner Stararchitekten David Chipperfield. Auch die Speisen, die Küchenchef Florian Dziuballe und sein Team in der offenen Showküche zubereiten, verdienen Lob. Auf der Speisekarte stehen zum Beispiel Finkenwerder Räucheraal mit geröstetem Schwarzbrot, Miesmuscheln in Weißweinwurzelsoße, Austern oder Steinbuttkotelett.

Diese Lokale mussten 2017 schließen

Nio: Kein Glück hatte Sebastian Heinemann mit seinem Restaurant Nio: „Ich musste feststellen, dass ich kein Gastronom bin“, so Heinemanns ehrliche Analyse. Zudem sei der Standort in den Tanzenden Türmen an der Reeperbahn vor allem unter der Woche schwierig und deshalb habe er sich entschieden, das Nio aufzugeben.

Boathouse: Sternekoch Thomas Macyszyn hatte sich mit dem Boathouse am Isekai vor allem auf hochwertigen Fisch spezialisiert. Laut Eigentümer habe der Gastronom jedoch nun „krankheitsbedingt aufgeben" müssen.

Lutter&Wegner: Die Lutter&Wegner-Betreiber von der Berliner Laggner Gruppe wollen sich zukünftig ganz auf ihre Aktivitäten in Berlin konzentrieren und haben das Restaurant an der Großen Elbstraße (mit direktem Wasserblick) dicht gemacht. "Der Mietvertrag ist ausgelaufen, und wir hatten kein Interesse an einer Verlängerung.", sagte eine Mitarbeiterin dem Abendblatt.

Mongo’s: Eine Verlängerung des Mietvertrages stand in diesem Jahr auch für das Mongo’sMongo’s am Straßenbahnring in Eppendorf an. Weil sich die Betreiber mit dem Eigentümer der Immobilie jedoch nicht einigen konnten, gab man den Hamburger Standort nach zehn Jahren auf. Nun sucht das Unternehmen nach einer neuen Fläche in der Hansestadt.

Schönes Leben: Nicht verlängert wurde auch der Vertrag von Gastronom Jens Stacklies. Nach sechs Jahren haben sich die Türen des Restaurants Schönes Leben im alten Kaufmannshaus an der Deichstraße 37 daher geschlossen.

Schumachers Biergarten: Nach fast 20 Jahren hat sich Bäderland entschieden, einen neuen Betreiber für die Biergartenfläche im Hamburger Stadtpark zu suchen. Doch Pächter Thorsten Köpp dachte gar nicht daran, die Fläche zu räumen. Monatelang ging der Streit durch die Presse. Inzwischen konnte der neue Pächter Marc Altenburger seinen Sierich's Biergarten auf der kompletten Fläche eröffnen.

Weinbar Pius: Ganz ohne Tamtam hat sich der Sylter Gastronom Pius Regli aus Hamburg zurückgezogen. Im September gab er bekannt, seine Weinbar Pius aufzugeben. Er wird sich fortan auf seine Insellokale konzentrieren.

Diese Restaurants sind ausgezeichnet

Spitzenmäßig vegan: In Hamburg schmeckt es den Gästen vor allem in sechs vegan-freundlichen Lokalen besonders lecker. Zu diesem Ergebnis kommt der größte deutschsprachige vegane Restaurantführer Vanilla Bean, der gemeinsam mit der Tierrechtsorganisation Peta die 100 besten veganen Lokale in Deutschland gekürt hat. Hamburg ist unter den Top Ten gleich sechsmal vertreten: Die Läden The Vegan Eagle (Langenhorn), Liberty Eiscafé (Altona Altstadt), Happenpappen (St. Pauli), Pizza-Bande (St. Pauli), Froindlichst (Winterhude) und Achors & Hearts (St. Pauli) haben „Die Goldene Vanilleschote“ überreicht bekommen. Die Auszeichnung wurde anhand von mehr als 6000 Bewertungen vergeben.

Neuer Michelin-Stern: Das Restaurant Jellyfish an der Weidenallee ist vom Guide Michelin ausgezeichnet worden. Damit hat die Hansestadt jetzt elf Lokale mit insgesamt 16 Sternen. „Das ist ein irres Gefühl“, sagte Laurin Kux dem Abendblatt. Er ist seit Anfang 2016 Küchenchef in dem Fischrestaurant. „Ich wollte immer gern einen Stern, da hat sich die Arbeit von mir und dem ganzen Team gelohnt“, so Kux.

Nach wie vor Spitzenleistungen in der Küche bringen diese Hamburger Restaurants und ihre Küchenchefs: The Table, Kevin Fehling (3 Sterne), Haerlin, Christoph Rüffer (2), Jacobs Restaurant, Thomas Martin (2), Süllberg Seven Seas, Karlheinz Hauser (2), Landhaus Scherrer, Heinz O. Wehmann (1), Le Canard nouveau, Florian Pöschl (1), Petit Amour, Boris Kasprik (1), Piment, Wahabi Nouri (1), Se7en Oceans, Frédéric Morel (1) und Trüffelschwein, Kirill Kinfelt (1).

Spitzenplatz verteidigt: Christoph Rüffer vom Restaurant Haerlin im Hotel „Vier Jahreszeiten“ hat seinen 1. Platz der Hitparade beim „Gault & Millau“ zumindest in Hamburg verteidigt. „Das ,Haerlin' bleibt Hamburger Flaggschiff der neuen, selbstbewussten deutschen Weltküche“, teilte der "Gault & Millau" Ende November mit. Koch Rüffer schöpfe „aus einem riesigen Aromenschatz, der sich an keine Nationalküche oder Mode bindet“. Dafür gibt's wieder 19 von 20 möglichen Punkten.

Ebenso erfreut zeigte sich der Restaurantführer von der „hochmodernen Küchenkunst“ von Kevin Fehling vom Restaurant The Table in der Hafencity. Für den „großartigen Gesamteindruck einer modernen Spitzengastronomie“ erhalte Fehling 18 Punkte. Auf Platz 3 folgen mit je 17 Punkten Karlheinz Hauser vom Seven Seas auf dem Süllberg und Wahabi Nouri vom Piment in Eppendorf.

Drei neue Ikarus-Statuen: Björn Juhnke, Jan-Hendrik Bröcker und Philip Borckenstein von Quirini besitzen seit diesem Jahr eine Ikarus-Statue. Die drei Hamburger sind vom Fachmagazin „Rolling Pin“ mit einem diesjährigen Award, dem Oscar in der Gastronomie und Hotellerie, ausgezeichnet worden. Als „Aufsteiger des Jahres“ wurde Björn Juhnke geehrt. Mit seinem Restaurant Haco – das ist die Abkürzung für Hamburg Corner – an der Clemens-Schultz-Straße auf St. Pauli hat er sich auf nordische Küche spezialisiert.

Als „Caterer des Jahres“ machte Jan-Hendrik Bröcker das Rennen. Er ist seit sieben Jahren zusammen mit Franz Gerstenlauer Geschäftsführer in der Speisenwerft bei Tim Mälzer mit Sitz in Henstedt-Ulzburg. Philip Borckenstein von Quirini gewann in der Kategorie „Hotelier des Jahres“. Der Österreicher ist seit Januar 2016 General Manager der Hotels Hafen Hamburg und Empire Riverside.

Bestes Weinrestaurant: Als bestes Weinrestaurant Deutschlands wurde in diesem Jahr das Kleine Jacob gekürt. Das Deutsche Weininstitut hat in Kooperation mit Original Selters sechs Restaurants in verschiedenen Kategorien mit dem Titel „Ausgezeichnete Weingastronomie“ prämiert. Vis-à-vis vom renommierten Hotel Louis C. Jacob an der Elbchaussee gelegen, hat sich die Weinwirtschaft Kleines Jacob mit seinem großen Weinangebot in den letzten Jahren zu einem Treffpunkt für Hamburger Weingenießer entwickelt.

Bar des Jahres: Ihre Stammgäste werden es schon immer gewusst haben: Fast nirgendwo sonst bekommt man so gute Drinks in einer so angenehmen Atmosphäre von so kompetenten und herzlichen Gastgebern serviert, wie bei Bettina Kupsa und ihrem Team. Gleich zwei der renommierten Mixology Bar Awards, der begehrteste Branchenpreis innerhalb der deutschen Barszene, gingen in diesem Jahr nach St. Pauli. Zum einen räumte das Hamburger Barteam vom The Chug Club mit der Auszeichnung als "Bar des Jahres" den wohl wichtigsten Titel ab. Darüber hinaus wurde Chefin Bettina Kupsa auch noch als "Gastgeberin des Jahres" geehrt.

Was Hamburg 2018 erwartet

Schweiger plant neues Projekt: Sein Barefood Deli an der Lilienstraße feierte im November den ersten Geburtstag. Doch Schauspieler Til Schweiger plant noch ein weiteres gastronomisches Projekt: Der vierfache Familienvater hat ein ehemaliges italienisches Restaurant an der Papenhuder Straße auf der Uhlenhorst gekauft: „Wir wollen auf der Fläche eine Barefood Bakery eröffnen und dort Kaffee und Kuchen anbieten.“ Der Eröffnungstermin steht noch nicht fest, aber 2018 will Schweiger das Vorhaben umsetzen.

Hooters lässt auf sich warten: Es gibt Menschen, die können es kaum erwarten, endlich von den leicht bekleideten Damen Chicken-Wings und Bier-Pitcher serviert zu bekommen. Doch sie müssen sich gedulden. Der Eröffnungstermin für das Hooters an der Reeperbahn hat sich bereits zweimal verschoben und ist nun für Mitte Januar geplant. Das Verschieben der Eröffnung habe laut Kiez-Gastronom Thomas Stutzki zwei Gründe: Zum einen sei es zu einer Verzögerung beim Umbau gekommen. Zum anderen müsse ein zwölfköpfiges Team aus Amerika anreisen und unter anderem das Interieur und die Arbeitsabläufe abnehmen, bevor ein Hooters-Restaurant eröffnen könne.

Astra zieht auf den Kiez: Die Craft-Beer-Bewegung setzt auch große Biermarken wie Astra immer stärker unter Druck. Astra will jetzt in die Offensive gehen und plant eine kleine „Hausbrauerei“ mit Gastronomie auf St. Pauli, in Nachbarschaft zu seinem früheren Standort. Die neue Erlebnisbrauerei soll in eine Erdgeschossfläche am Nobistor ziehen. Der Plan: „Wir wollen in Zukunft nicht nur das klassische Urtyp auftischen. Es werden gängige Bier-Stile wie Pale Ale oder Kellerbier, aber auch leicht verrückte und ungewöhnliche Sorten gebraut werden, ganz Astra eben“, sagte Christoph Boneberg, Sprecher von Carlsberg Deutschland. Bis zu 1400 Hektoliter sollen in der Brauereikneipe jährlich hergestellt werden. Im Mittelpunkt wird dabei die kleine Brauerei mit ihren zehn Lagertanks stehen. 200 Sitzplätze soll das Lokal haben und auf der Speisekarte norddeutsche Hausmannskost stehen. Die Eröffnung ist für das Frühjahr 2018 geplant.