Energie

Anfang 2018 gibt es für alle Hamburger neue Stromzähler

Christian Heine, kaufmännischer Direktor
von Stromnetz Hamburg

Christian Heine, kaufmännischer Direktor von Stromnetz Hamburg

Foto: Klaus Bodig / HA

Netzbetreiber baut 400 weitere Ladepunkte für E-Autos. Doch Stromnetz Hamburg steht noch vor einer weiteren Kraftanstrengung.

Hamburg.  Zwar sorgt das städtische Unternehmen Stromnetz Hamburg dafür, dass die elektrische Energie entlang der Straßen der Hansestadt bis zu den Hausanschlüssen übertragen wird. Doch solange alles funktioniert, machen sich die Bürger das in der Regel nicht bewusst. Ein Großprojekt, das demnächst anläuft, wird aber jeden Hamburger Haushalt mit der Firma in Kontakt bringen: Voraussichtlich im Februar oder März 2018 beginne die Umstellung aller Stromzähler auf neuartige, digitale Geräte, sagte Christian Heine, kaufmännischer Geschäftsführer der Stromnetz Hamburg GmbH. Es könne bis zum Jahr 2032 dauern, bis auch der letzte der mehr als eine Million Zähler in der Stadt ausgetauscht sei. Damit steigen die Gebühren für die Geräte von bisher 16 Euro pro Jahr auf künftig 20 Euro.

Doch Stromnetz Hamburg steht noch vor einer weiteren Kraftanstrengung: „Wir müssen unser Netz fit machen für die Energiewende“, so Heine. Ohnehin sei der größte Teil des insgesamt 30.000 Kilometer langen Leitungsnetzes am Ende der Nutzungsdauer angelangt; der Vattenfall-Konzern, der das Netz bis 2014 betrieb, hielt sich bei den Erneuerungsausgaben offenbar stark zurück. Vor allem wegen der dringend notwendigen Modernisierung der Leitungen und Umspannwerte habe man seither die jährlichen Investitionen verdreifacht, sagte Heine: „Wir werden in den kommenden zehn Jahren weitere über zwei Milliarden Euro für die Erneuerung und den Ausbau unseres Verteilungsnetzes in die Hand nehmen.“

Positive Auswirkungen

Wie eine Analyse der regionalökonomischen Effekte durch das Marktforschungsunternehmen Conoscope ergab, hat die Geschäftstätigkeit von Stromnetz Hamburg erhebliche positive Auswirkungen auf die Wirtschaft der Stadt und des Umlands: Neben jedem Euro Arbeitseinkommen der 1200 Beschäftigten würden weitere 0,80 Euro Einkommen in der Hamburger Bevölkerung generiert. Jeder Arbeitsplatz bei Stromnetz Hamburg sichere 1,5 weitere Vollzeit-Arbeitsplätze in Hamburg und mehr als 2,0 weitere in der Metropolregion. Für Hamburg seien das 1022 zusätzliche Beschäftigte, in der gesamten Metropolregion sogar 2729, sagte Conoscope-Geschäftsführer Thomas Lehr.

Nachdem Stromnetz Hamburg im Oktober die 600. Ladestation für Elek­troautos fertiggestellt hat, soll das Unternehmen nun im Auftrag der Stadt weitere 400 Ladepunkte errichten. Wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) im Oktober mitteilte, liegt Hamburg mit insgesamt 774 öffentlich zugänglichen Ladepunkten für E-Autos unter den deutschen Städten weit vorn.