Polizei

Mein Smartphone, der Dieb, das Video – die Auflösung

Smartphone aus Haspa gestohlen: So berichtete das Hamburger Abendblatt

Smartphone aus Haspa gestohlen: So berichtete das Hamburger Abendblatt

Foto: HA

Ein Moment der Unachtsamkeit – und schon war das Handy weg. Ein Lehrstück über Polizeiarbeit und Verfahrensdauer.

Hamburg. Am Donnerstag erschien im Hamburger Abendblatt ein Text mit der Überschrift „Mein Handy, der Dieb und das Video“. Es ging um einen Mann, der mir im Terminalbereich einer Bank mein Smartphone gestohlen und danach Geld am Automaten abgehoben hatte. Weil Kameras beides aufzeichneten, konnte ich der Polizei nicht nur den genauen Tatablauf, sondern auch das Beweismaterial gleich mitliefern. Mehr geht nicht, dachte ich, und dass dieses Verbrechen ganz einfach und vor allem schnell aufzuklären sein müsste. Das war am 21. September.

Die Geschichte „Mein Handy, der Dieb und das Video“ erschien am 2. November, und sie zeigte, wie komplex und langwierig die Aufklärung einer Straftat auch dann sein, wenn alles, was man dazu braucht, vorhanden ist. „Fortsetzung folgt“ hieß es am Ende, an dem Täter immer noch nicht gefasst war.

Wie gesagt: Das war am vergangenen Donnerstag, 2. November. Doch von da ging es ganz schnell. Am Freitag, 3. November, 13.18 Uhr, klingelte mein (Ersatz-)Handy. Der Anrufer fasste sich kurz: „Hier ist das Landeskriminalamt. Sie können ihr Smartphone bei uns abholen.“ Eine halbe Stunde später hielt ich mein Eigentum wieder in der Hand.

Polizisten "besuchten" den mutmaßlichen Dieb zu Hause

Offenbar hatte die Polizei am 2. November den Namen des Täters von der Staatsanwaltschaft erhalten und dann das gemacht, was man als Laie schon viel früher erwartet hätte. Beamte waren zu dem Mann nach Hause gegangen, hatten ihn dort angetroffen und mit den Vorwürfen konfrontiert.

Das Ergebnis: Wie die Kriminalpolizei bereits am Anfang ihrer Ermittlungen vermutet hatte, war der Täter nicht jemand, „der typisch für diese Delikte ist“, sondern eher ein Gelegenheitsdieb. Er hatte das Smartphone noch und gab es sofort heraus. Warum er es überhaupt eingesteckt hat? „Ich habe mir nichts dabei gedacht“, soll er gesagt haben. Tatsächlich hatte der Mann nicht einmal versucht, das Gerät anzuschalten. Nun steht ihm ein Verfahren wegen Unterschlagung gemäß Paragraph 246 Strafgesetzbuch bevor: „Wer eine fremde bewegliche Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zueignet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.“

Und ich? Ich habe mein Handy wieder. Und viel über das Zusammenspiel von Polizei und Staatsanwaltschaft, über Datenschutz und Verfahrensdauern gelernt.