Spendenaufruf

Wichtiges Adressbuch verschollen – Hamburger Tafel in Not

Die Essensausgabe der Hamburger Tafel

Die Essensausgabe der Hamburger Tafel

Foto: Markus Scholz / dpa

Buch mit dem Netzwerk gehörte verstorbener Annemarie Dose. Jetzt fehlen Kartoffeln, Reis und Nudeln für 20.000 Bedürftige.

Hamburg. „Hilfe unser Lager ist leer“ : Mit diesen Worten ruft die Hamburger Tafel auf Facebook zum Spenden auf. Das 1200 Quadratmeter große Lager in Barmbek ist nur noch zu 60 Prozent gefüllt. Und das vor allem mit Tee, mehreren Paletten Chips, alkoholfreien Getränken und Zucker.

Dabei brauchen die 20.000 Bedürftigen, die die Hamburger Tafel pro Woche versorgt, Grundnahrungsmittel wie Nudeln, Reis, Kartoffeln oder Würstchen. „Dazu kommen die vielen Obdachlosen in Hamburg, die wir ab November wieder mit dem Winternotprogramm unterstützen“, sagt Christian Tack, Geschäftsführer der Hamburger Tafel e.V.

Buch von Annemarie Dose mit vielen Kontakten verschwunden

Aber wie kam es zum dem Engpass? Christian Tack hat dafür mehrere Antworten. Zum einen sind im letzten halben Jahr vier neue Ausgabestellen hinzugekommen. Dadurch habe sich natürlich auch die Zahl der Bedürftigen erhöht. Außerdem hatte der Tod von Annemarie Dose, Gründerin der Hamburger Tafel, einen großen Einbruch der Spenden zufolge. „Viele Verbindungen sind mit ihr ins Grab gegangen“, sagt Geschäftsführer Tack. Dazu gehöre auch ihr verschollenes Buch mit vielen persönlichen Kontakten. Christian Tack muss jetzt ein eigenes Netzwerk aufbauen.

Tafel setzt auf digitale Mund-zu-Mund-Propaganda

Ein weiteres Problem liegt bei den Supermärkten selbst. Diese hätten in den letzten Jahren ihre Lagerverwaltungen deutlich optimiert und somit am Ende des Tages weniger Produkte über. Zum Nachteil der Hamburger Tafel. Damit die 26 Ausgabestellen weiterhin beliefert werden können, setzt Geschäftsführer Tack nun auch auf digitale Mund-zu-Mund-Propaganda.

Seit Mittwoch ist der Facebook-Post mit seinem Aufruf online, bisher habe sich jedoch noch kein Produzent gemeldet. Und deren Unterstützung braucht Tack in dieser Situation besonders. „Es geht nicht um den Lidl oder Aldi an der Ecke, da stehen die Verbindungen zu uns seit Jahren“, erklärt er. Er benötige aktuell vor allem B-Ware oder Produkte mit nahendem Haltbarkeitsdatum. Oder Spenden.

Mehr Informationen finden Sie im Internet unter www.hamburger-tafel.de