Billstedt

Verfassungsschutz warnt vor getarnter Scientology-Aktion

Der Sitz der Scientology-Kirche in Hamburg (Archivbild)

Der Sitz der Scientology-Kirche in Hamburg (Archivbild)

Foto: Imago/Waldmüller

Bei der Ausstellung handelt es sich um eine Wanderausstellung, die bereits in anderen Städten veranstaltet wurde.

Hamburg.  Unter dem Motto ­„Psychiatrie – Tod statt Hilfe“ veranstaltete der Verein „Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte (KVPM)“ in dieser Woche eine viertägige Ausstellung in Billstedt.

Der Verein ist nach Angaben des Landesamts für Verfassungsschutz (LfV) eine Tarnorganisation von Scientology. Die Sekte lehnt Psychiatrie und verwandte Disziplinen grundsätzlich ab und sieht sie als direkte Konkurrenz zur eigenen Ideologie. Scientology reklamiert selbst ein Monopol auf psychologische Behandlung.

Kein direkt erkennbarer Bezug

Mit Tarnorganisationen, die sich gesellschaftlichen Themen widmen, versuche die Sekte laut LfV Interessenten zu finden und sich in der Gesellschaft zu etablieren. Bei der Ausstellung handelt es sich um eine Wanderausstellung, die bereits in anderen Städten, wie zum Beispiel in München, veranstaltet wurde.

Die Organisationen treten ohne direkt erkennbaren Bezug zu Scientology auf. Bei der KVPM handelt es sich um einen von deutschen Scientologen nach amerikanischem Vorbild gegründeten Verein.

350 Scientologen in Hamburg

Der Verfassungsschutz warnt immer wieder vor getarnten Aktionen der als extremistisch und verfassungsfeindlich eingestuften Sekte. In den letzten Jahren hat Scientology viele Unterstützer verloren. Das Amt geht derzeit von potenziell 350 Scientologen in Hamburg aus. 2007 waren es noch 750.