Hamburg

Bürgerschaft will Mathe-Unterricht erforschen

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Peter Ulrich Meyer

SPD und Grüne bringen Antrag zur wissenschaftlichen Begleitung ein. Wie können Schüler besser rechnen lernen?

Hamburg. Spätestens seit dem Desaster bei der Abitur-Probeklausur mit einem hamburgweiten Notenschnitt von 4,1 steht der Mathematik-Unterricht im Brennpunkt des Interesses. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen wollen es jetzt genau wissen. In einem gemeinsamen Bürgerschaftsantrag, der am kommenden Mittwoch auf der Tagesordnung des Landesparlaments steht, fordert Rot-Grün den Senat auf, eine wissenschaftliche Begleitung des Mathe-Unterrichts einzurichten. So sollen „Hinweise zur qualitativen Verbesserung der Gestaltung des Mathematikunterrichts“ gewonnen werden.

Schulsenator Ties Rabe (SPD) hatte bereits 2014 eine „Mathematik-Offensive“ für das Angstfach vieler Schüler gestartet. Ziel ist es, durchgängig vier Stunden Mathematik pro Woche in den Klassen fünf bis zehn zu erteilen. Außerdem soll das Fach nur noch von ausgebildeten Mathematiklehrern gegeben werden.

„Mit der Mathe-Offensive ist Hamburg auf dem richtigen Weg“, sagte die SPD-Schulpolitikerin Barbara Duden. „Angesichts der mit dem Unterricht verbundenen Herausforderungen halten wir es aber für wichtig, dass noch stärker Fragen der Methodik und Didaktik in den Fokus rücken.“ Konkret soll es darum gehen, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie die Basiskompetenzen der Schüler in Mathematik gestärkt werden können, welche Lernsoftware sich am besten eignet und wie die Abiturvorbereitung noch besser erfolgen kann.

„Von der wissenschaftlichen Begleitung werden vor allem Schülerinnen und Schüler, aber auch die Lehrkräfte profitieren“, sagte Grünen-Schulpolitikerin Stefanie von Berg. Die Konzentration auf eine höhere Stundenzahl beim Mathe-Unterricht werde sinnvoll ergänzt und lasse auch „notwendige Verbesserungen in pädagogischer und didaktischer Hinsicht“ zu. Bundesweit gibt es unter anderem einen Streit darüber, ob der Unterricht vorrangig auf ein Mathematik­studium vorbereiten oder eine breite Allgemeinbildung ermöglichen soll. Bislang unterschiedet sich die Art der Aufgabenstellungen bei den Abiturprüfungen, was sich schon beim ersten bundesweiten Abitur mit zentralen Elementen als Problem erweisen könnte.

Die Linken-Fraktion lehnt den rot-grünen Vorstoß ab und hat einen Zusatzantrag eingebracht. „Wir fordern den Senat auf, erst einmal ein wirkliches Konzept für Mathematik vorzulegen“, sagte Fraktionschefin Sabine Boeddinghaus. Die meisten Schulen litten unter einer Vielzahl von Einzelmaßnahmen und „Anweisungen von oben“, ohne dass die Schulbehörde wisse, was die einzelnen Schulen brauchten. Die Linke fordert den Senat auf, bis zum zweiten Halbjahr des Schuljahrs 2017/18 ein solches Konzept für das Fach Mathematik in allen Klassen der staatlichen Schulen vorzulegen. „Wenn das Konzept nach Vorstellung und Diskussion im Ausschuss startet, ist eine wissenschaftliche Begleitung sinnvoll“, so Boeddinghaus.

( pum )

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