Hamburg

Geldsorgen? Feuerwehrleute machen oft Nebenjobs

| Lesedauer: 2 Minuten
Christoph Heinemann
Hamburger Feuerwehrleute bei einem Einsatz

Hamburger Feuerwehrleute bei einem Einsatz

Foto: © Michael Arning

Zahl hat sich innerhalb von nur fünf Jahren fast verdoppelt. Die Beamten gehen teils exotischen Beschäftigungen nach.

Hamburg. Lange Schichten, Verantwortung für Menschenleben – und trotzdem noch eine zweite Tätigkeit nach Feierabend: Die Zahl der Feuerwehrleute in Hamburg mit einem Nebenjob hat sich in den vergangenen fünf Jahren nahezu verdoppelt. Im ersten Quartal dieses Jahres gingen 705 Beamte einer weiteren Tätigkeit nach, Ende des Jahres 2012 waren es noch 363. Das geht aus der Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Karl-Heinz Warnholz hervor, die dem Abendblatt vorliegt.

Nach der Statistik arbeiten die Betroffenen durchschnittlich etwa fünf bis acht Stunden in der Woche nebenberuflich. Der Fragesteller Warnholz sieht in den Zahlen ein Alarmzeichen: "Dass so viele Feuerwehrleute auf eine Nebentätigkeit angewiesen sind, deutet auf die mangelnde Besoldung und Wertschätzung für eine derartig bedeutende Aufgabe für unsere Stadt hin", sagte Warnholz.

Feuerwehrleute machen Bürojobs und Testamentvollstreckung

Die Beamten gehen der Senatsantwort zufolge einer sehr breiten Palette von Nebenjobs nach – darunter auch ehrenamtliche Tätigkeiten. Am häufigsten verdingten sich die Feuerwehrleute nebenbei als Hausmeister, Handwerker und Dozenten, mutmaßlich ebenfalls im Rettungswesen.

Unter den Nebenberufen sind jedoch auch eher exotische Nebenbeschäftigungen für Feuerwehrleute: Jeweils ein Beamter arbeitet nach der Statistik nebenbei als Schriftsteller, Testamentvollstrecker und Anlageberater. Zwei Feuerwehrleute haben eine künstlerische Beschäftigung angegeben.

Der größte Teil der Betroffenen arbeitet acht Stunden pro Woche in einer "sonstigen Nebenbeschäftigung", die nicht näher spezifiziert ist. Aus welchen Erwägungen die Beamten einem Nebenjob nachgehen, geht aus der Statistik ebenfalls nicht hervor.

Auch bei der Polizei immer mehr Beamte mit Nebenjobs

Eine weitere Anfrage des CDU-Abgeordneten hatte jüngst ergeben, dass sich auch bei der Polizei die Zahl der Beamten mit Nebenjobs seit 2010 auf derzeit etwa 1500 Betroffene verdoppelt hat. Damit geht mehr als jeder zehnte Hamburger Polizist einer Nebentätigkeit nach.

Da sowohl die Feuerwehr als auch die Polizei Nachwuchssorgen plagen, sollen mit besseren und flexibleren Bezahlungsmodellen zusätzliche Anreize geschaffen werden. Eine Nebentätigkeit kommt für die Beamten auch deshalb infrage, da sich in ihrem Alltag oft lange Bereitschaftstage und freie Tage abwechseln.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg