Prozesse

67-Jährige legt "Reichsbürger"-Pass vor: 1500 Euro Strafe

Hamburg. Die Vorlage eines "Reichsbürger"-Passes kommt eine 67-Jährige aus Schwerin teuer zu stehen. Wegen Urkundenfälschung verurteilte das Amtsgericht Hamburg die Frau am Donnerstag zu 50 Tagessätzen à 30 Euro. Die 67-Jährige hatte Einspruch gegen einen Strafbefehl in dieser Höhe eingelegt, war dem Prozess aber unentschuldigt ferngeblieben. Die Richterin verwarf darum den Einspruch.

Die Schwerinerin hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft beim Check-in bei Air Malta auf dem Hamburger Flughafen einen Reisepass des "Deutschen Reiches" vorgelegt. Der blaue Pass sei relativ aufwendig gestaltet gewesen, mit einer laminierten Seite wie die echten Reisepässe, sagte ein Gerichtssprecher. Rechtlich entscheidend sei jedoch der Bundesadler auf dem Pass. Damit habe sie den Anschein eines echten Reisedokuments erweckt und sich der Urkundenfälschung schuldig gemacht.

Die Frau sei übrigens an jenem Tag im Dezember 2015 doch noch nach Malta geflogen. Sie habe einfach noch ihren echten Reisepass aus der Tasche geholt, sagte der Sprecher.

Sogenannte Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik Deutschland nicht als Staat an und behaupten, das Deutsche Reich bestehe bis heute fort. Das Bundesamt für Verfassungsschutz rechnet der Szene rund 10 000 Menschen zu. Das Innenministerium in Schwerin geht von etwa 300 "Reichsbürgern" in Mecklenburg-Vorpommern aus.