Hamburg

Angriff im Gerichtssaal: Angeklagter verletzt Zeugin

Streifenwagen vor dem Strafjustizgebäude des Landgerichts Hamburg

Streifenwagen vor dem Strafjustizgebäude des Landgerichts Hamburg

Foto: TV NewsKontor

Im Gerichtssaal greift ein Angeklagter seine frühere Freundin an, als sie gerade als Zeugin aussagt. Die Frau wird verletzt.

Hamburg. Ein 39 Jahre alter Angeklagter hat am Dienstag beim Auftakt eines Prozesses vor dem Hamburger Landgericht eine Zeugin – seine frühere Freundin – verletzt. "Es hat einen Angriff gegeben", sagte ein Gerichtssprecher. Auch der Angeklagte selbst sei dabei verletzt worden. Es solle sich ersten Erkenntnissen zufolge um Schnittverletzungen handeln. Im Gerichtssaal wurde nach Angaben des Gerichtssprechers Alarm ausgelöst.

Der Angeklagte stach offenbar mit einer angespitzten Zahnbürste und einer Rasierklinge auf die Zeugin, die am Hals verletzt wurde, ein. Es kam zu einem Tumult. Mehrere Prozessbeteiligte, darunter ein Staatsanwalt und Chris Z.s Verteidiger, stürzten sich auf den Mann. Dabei erlitt der Staatsanwalt eine oberflächliche Schnittverletzung am Hals. Auch der Angeklagte trug Schnittwunden davon, die er sich möglicherweise in suizidaler Absicht selbst zugefügt hatte.

Der 39-Jährige steht vor Gericht, weil er seiner früheren Partnerin mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben soll. Außerdem soll er der Frau gedroht haben, er werde wieder "durchdrehen" – damit soll er laut Staatsanwaltschaft auf seine frühere Verurteilung wegen Mordes angespielt haben. In erster Instanz war der Angeklagte zu einem Jahr und vier Monaten Haft verurteilt worden. Er muss sich unter anderem wegen Bedrohung und gefährlicher Körperverletzung verantworten.