Hamburg

Lose Radmuttern – Rotes Kreuz bringt Felgenschlösser an

Rettungsfahrzeuge sabotiert? Hamburger Feuerwehr schließt technische Ursache aus

Hamburg. Wie aus heiterem Himmel flog am Donnerstagmittag in Großhansdorf ein Zwillingsreifen von einem Notarztwagen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ab. Nach dem Unfall, der auf gelockerte Radmuttern zurückgehen soll, verschärfen die Hamburger Feuerwehr und das DRK ihre Sicherheitsbestimmungen. Die Fahrer von Rettungsfahrzeugen seien angewiesen worden, den Sitz der Radmuttern häufiger zu prüfen, sagte Feuerwehrsprecher Werner Nölken. Eine ähnliche interne Anweisung haben auch DRK-Mitarbeiter erhalten. Zudem seien Felgenschlösser montiert worden, um Manipulationen an den Radbolzen künftig zu verhindern, sagte DRK-Kreisvorstand Harald Krüger.

Wie berichtet, hatte der DRK-Notarztwagen, der für die Hamburger Feuerwehr im Einsatz war, am Donnerstagmittag eine Patientin im Unfallkrankenhaus Boberg aufgenommen, um sie zur Lungenklinik in Großhansdorf zu bringen. Auf dem Wöhrendamm, wenige Meter vor der Ankunft, lösten sich plötzlich die Pneus auf der hinteren Fahrerseite und krachten in einen VW Sharan, der auf der Gegenfahrbahn unterwegs war. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Nachdem die Feuerwehr zwei ähnliche Vorfälle in den vergangenen beiden Wochen registriert hatte, erstattete sie Anzeige gegen unbekannt, die Polizei ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Eine technische Ursache schloss Nölken aus. „Die Fahrzeuge wurden regelmäßig in der Werkstatt gewartet, zuletzt vor einem Monat.“ Die Hamburger Polizei hat indes noch keine weiteren Erkenntnisse. „Wir stehen am Anfang der Ermittlungen“, sagte Sprecher Rene Schönhardt.

Mutmaßliche Sabotageakte nach diesem Muster gab es in mehreren Städten. An Heiligabend hatte ein 24 Jahre alter Feuerwehrmann in Kiel festgestellt, dass an seinem Rettungswagen Radmuttern gelockert worden waren, außerdem fehlten die Schutzkappen. Kommentar eines Hamburger Feuerwehrmanns: „Wer so etwas macht, hat buchstäblich eine Schraube locker.“