St. Pauli

Politik handelt Kompromiss für grünen Bunker aus

St. Pauli. Aus grau wird grün, aus groß wird größer: Der umstrittenen Begrünung des denkmalgeschützten Flakbunkers am Heiligengeistfeld steht nicht mehr viel im Weg. Nach eingehender baurechtlicher Prüfung des Megaprojekts seien die pyramidenförmigen Aufbauten nebst Außenbepflanzung „grundsätzlich genehmigungsfähig“, sagte Falko Droßmann (SPD), Leiter des Bezirksamts Hamburg-Mitte.

Besonders die Problematik der Fluchtwege und des Brandschutzes konnten geklärt werden. Demnach muss der Investor, die Thomas J. C. Matzen GmbH, unter anderem sicherstellen, jederzeit zu wissen, wie viel Personen auf und im Gebäude sind. Dafür gebe es technische Lösungen.

Bekanntlich wollen die Geldgeber den fast 38 Meter hohen Bunker an der Feldstraße mit einem fünfgeschossigen Aufbau auf gut 60 Meter erhöhen. Der Plan sieht horizontale und vertikale Bepflanzungen vor – ebenso wie fast 8000 Quadratmeter öffentliche Fläche und geringfügig weniger gewerblich genutzte Fläche. Eine Sport- und Freizeithalle, zwei Gästehäuser, ein Fitnessclub und Stadtteilflächen sollen entstehen.

Nachdem die Bezirksversammlung Mitte dem stadtweit diskutierten Projekt bereits grundsätzlich zugestimmt hatte, verständigte sich nun der Bauausschuss auf strittige Details. Denn die Bezirkspolitik hatte ihr Wohlwollen an Bedingungen wie eine Höhenreduzierung oder ein schlüssiges Verkehrkonzept geknüpft. Die Höhenreduzierung konnte zwar nicht durchgesetzt werden, da eine Sporthalle sonst nicht zulässig wäre. Immerhin wird der Aufbau aber um 1,5 Meter von der Feldstraße abgerückt, um Massivität und Verschattung zu mindern. Der Erbbauvertrag soll auf 50 statt 99 Jahre festgesetzt werden. Zudem verpflichtet sich der Investor, in der Halle maximal 38 Veranstaltungen pro Jahr zu verwirklichen. Schon jetzt könne er 124 Parkplätze nachweisen (nötig sind 377). Die Politik hatte ein Park- und Verkehrskonzept gefordert, das nun erstellt wird. Michael Osterburg, Fraktionschef der Grünen, lobte den Kompromiss, forderte aber auch, dass dieses Konzept zeitnah umgesetzt werde, um die Anwohner zu entlasten.