Hamburg. Diese Nachricht ist eine Sensation. Der Hamburger Fernsehturm wird saniert und soll voraussichtlich 2021 wieder eröffnet werden. Insgesamt werden dafür nach Abendblatt-Informationen rund 37,1 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Der Heinrich-Hertz-Turm – so die offizielle Bezeichnung – ist bereits seit 2001 geschlossen.
Der Haushaltsausschuss des Bundestages in Berlin hat eine Zuwendung von 18,563 Millionen Euro für die Revitalisierung des Wahrzeichens am Donnerstag bewilligt. Die andere Hälfte wird von der Stadt bezahlt.
"Ein großer Tag für Hamburg"
„Das ist ein großer Tag für Hamburg. Dem Haushaltsausschuss des Bundestags ist es gemeinsam mit unserem Bürgermeister Olaf Scholz gelungen, dass der Fernsehturm wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann“, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs dem Abendblatt, der Mitglied des Haushaltsausschusses ist und sich für die Zuwendung eingesetzt hatte. Da dank der Stadt und dem Bund nun die Finanzierung stehe, könne dieses Wahrzeichen nun endlich den Hamburgern zurückgegeben werden. Auch für den Tourismus sei der Fernsehturm eine Attraktion, so der Politiker weiter. Seit Jahren hatte sich Kahrs immer wieder für eine Wiedereröffnung des Telemichels eingesetzt: „ Ich bin stolz wie Bolle, dass uns das jetzt gelungen ist."
Hohe Investitionen in Brandschutz und Erneuerung der Aufzüge
Nach der Finanzzusage aus Berlin kann jetzt mit der Planung der Sanierung begonnen werden. Hohe Investitionen sind vor allem in den Brandschutz und die Erneuerung der Aufzüge notwendig. Zwei Ebenen sollen als Aussichtsplattform und – wie vor der Schließung – für Gastronomie genutzt werden. Den künftigen Betreiber muss die Telekom-Tochter Deutsche Funkturm GmbH (ihr gehört der Turm) in enger Abstimmung mit der Stadt suchen. Nach Abendblatt-Informationen gilt die TV Turm Alexanderplatz Gastronomiegesellschaft mbH als Favorit für den Zuschlag – sie betreibt auch den Berliner Fernsehturm.
68 Millionen Euro für zahlreiche Groß- und Kleinobjekte
Aber nicht nur den Fernsehturm hat der Haushaltsausschuss mit einem „warmen Geldregen“ bedacht. Das ist vor allem den Hamburger Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs (SPD) Rüdiger Kruse (CDU) und Anja Hajduk, zu verdanken, die Mitglieder des Haushaltsausschusses sind. Insgesamt wurden rund 68 Millionen Euro für zahlreiche Groß- und Kleinobjekte in der Hansestadt zugesagt.
Zu den weiteren Projekten, bei der die Stadt noch einmal dieselbe Summe dazu gibt, zählen: Die Laeiszhalle am Johannes-Brahms-Platz erhält eine Zuwendung von 10,75 Millionen Euro für die Sanierung des Konzerthauses. Die mehr als 50 Jahre alten Schaugewächshäuser des Botanischen Gartens der Universität Hamburg werden für insgesamt 26,3 Millionen Euro umgestaltet und modernisiert. An den Kosten wird sich der Bund mit 13,15 Millionen Euro beteiligen.
Zwei Millionen Euro fürs Reeperbahnfestival
Der ehemalige Güterbahnhof Oberhafen in der östlichen Hafen City wird derzeit zu einem Künstlerquartier umgebaut. Die vorhandenen Gebäude werden modernisiert und gleichzeitig soll die historische Atmosphäre erhalten bleiben. Dafür stellt der Bund 2,4 Millionen Euro zur Verfügung. „Dafür hatte sich die Grünen-Abgeordnete Anja Hajduk eingesetzt.
Die Sanierung der seit 2008 als Kulturdenkmal klassifizierten Sternwarte Bergedorf wird vom Bund mit 1,575 Millionen Euro unterstützt. Folgende Zuwendungen, werden komplett vom Bund getragen: Die am 7. Juli vom Bundestag beschlossene Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung wird der Bund mit jährlich 2,575 Millionen Euro finanzieren.
Das Hamburger Reeperbahnfestival erhält künftig zwei Millionen Euro zusätzlich pro Jahr. Im Rahmen des Projekts Leuchttürme der Musik will der Bund Musikfestivals stärker fördern.
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