Hamburg/Berlin

Entführte Journalistin und ihr Baby sind wieder frei

Die schwangere Frau war im Oktober 2015 in Syrien verschleppt worden und hatte in der Gefangenschaft ihr Kind zur Welt gebracht

Hamburg/Berlin.  Eine in Syrien entführte deutsche Journalistin und ihr in Gefangenschaft geborenes Kind sind wieder frei. Die beiden seien in die Türkei gebracht worden, teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts mit. Die Frau war den Angaben zufolge im Oktober 2015 in Syrien verschwunden. „Die Deutsche und ihr in der Geiselhaft zur Welt gekommenes Kind sind den Umständen entsprechend wohlauf und befinden sich in der Obhut deutscher Konsularbeamter und Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes“, so die Sprecherin.

Die Bundesregierung sei erleichtert über den guten Ausgang dieses Falles in einer außerordentlich schwierigen Gesamtlage in Syrien. Die deutsche Botschaft in Ankara werde nun die Rückkehr nach Deutschland vorbereiten. „Der Krisenstab der Bundesregierung im Auswärtigen Amt hat sich intensiv um eine Lösung des Falls bemüht“, heißt es weiter.

Laut übereinstimmenden Medienberichten handelt es sich bei der befreiten Journalistin um Janina Findeisen, die unter anderem für den NDR, die Zeit und das Magazin der Süddeutschen Zeitung gearbeitet hat. Sie soll mit der Aussicht auf Exklusiv-Informationen nach Syrien gelockt worden sein – damals bereits im sechsten Monat schwanger. Schwerpunktthemen der Journalistin waren der Islam und Islamismus in Deutschland.

Ob in diesem Entführungsfall Lösegeld gezahlt wurde, ist unklar

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) zeigte sich erleichtert über die Freilassung: „Wir freuen uns mit den Angehörigen und Kollegen der Entführten, dass diese tragische Entführung zu Ende ist“, sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. „Unser Dank und unsere Anerkennung gilt den deutschen Behörden, denen es gelungen ist zu verhindern, dass diese Entführung mit einer Hinrichtung endet wie für James Foley und andere Journalisten.“ Der Amerikaner Foley war 2014 nach zwei Jahren Geiselhaft von IS-Kämpfern enthauptet worden.

Unklar ist, ob im aktuellen Fall Lösegeld geflossen ist: „Die Bundesregierung äußert sich nicht zu Einzelheiten von Entführungsfällen und Geiselnahmen. Die Bundesregierung ist nicht erpressbar“, hieß es dazu aus dem Auswärtigen Amt.