Hamburg

Streit um Studie über teuren Klimaschutz beim Bauen

Hamburg. Eine im Auftrag der Hamburger Umweltbehörde erstellte Studie über den Zusammenhang zwischen Klimaschutz-Forderungen und Baukosten hat in den vergangenen Tagen zu einigen Irritationen geführt. Die Gutachter waren zu der Erkenntnis gekommen, dass es im öffentlichen Wohnungsbau in Hamburg keinen statistischen Zusammenhang zwischen den besonderen Anforderungen Hamburgs und den Baukosten gebe. Dass also hohe Standards nicht unbedingt automatisch zu höheren Baukosten führen – wie von der Immobilienwirtschaft bislang stets gesagt wird.

Jetzt meldeten sich die Gutachter von der Beratungsfirma F+B überraschenderweise noch einmal zu Wort: Es sei teilweise der Eindruck entstanden, dass dieses Ergebnis beispielhaft für die Situation in Deutschland sei. Was so aber nicht stimmen würde. Vielmehr könne das Ergebnis der Studie wegen der besonderen Bedingungen nur auf Hamburg bezogen werden. So existiere mit Einführung der Hamburger Klimaschutzverordnung von 2007 im Vergleich zum übrigen Bundesgebiet in Hamburg bereits ein „deutlich erhöhtes Kostenniveau“. Untersucht wurden aber Bauten aus den Jahren 2011 bis 2014.

Mit anderen Worten: Weil die Ausgangsbasis schon hoch ist, brachten neue Gesetze nicht mehr große Preissprünge. Aber eben nur in Hamburg. Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) sagte dennoch, „dass unsere Klimaschutzziele und preiswertes Wohnen keinen Widerspruch darstellen“. Das bringt ihm Kritik der FDP ein. Kerstan solle seine „ideologische Brille“ absetzen und dafür sorgen, dass die überhöhten Forderungen bei Bauprojekten abgeschafft werden, so der Bürgerschaftsabgeordnete Jens P. Meyer.