DLRG

Zahl der Badetoten in Hamburg hat sich verdoppelt

Bundesweit sind in diesem Jahr bisher 425 Menschen ertrunken, in Hamburg waren es 16 – darunter auch vier Flüchtlinge.

Hamburg.  Die Bilanz ist erschreckend: In den Gewässern der Hansestadt sind in den ersten acht Monaten dieses Jahres mindestens 16 Menschen ertrunken – das sind doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Das teilte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Donnerstag mit.

Unter den Todesopfern waren demnach vier Flüchtlinge. Erst vor wenigen Tagen war ein Mann aus dem Oortkatener See in Ochsenwerder geborgen worden. Vor zwei Wochen war ein 19 Jahre alte Mann aus Afghanistan leblos aus der Elbe gezogen worden. Er war am Elbstrand – Höhe Strandperle – ins Wasser gegangen und versunken. Anfang Juni waren an zwei aufeinander folgenden Tagen zwei 17 Jahre alte Flüchtlinge im Allermöher See ertrunken. Ein 27 Jahre alter Flüchtling aus Eritrea war zudem in der Elbe von einem Sportboot überfahren worden.

Schwere Badeunfälle mit kleinen Kindern

Für Bestürzung sorgten auch mehrere schwere Badeunfälle mit Kindern. Anfang Mai war ein kleiner Junge im St. Pauli-Bad ertrunken. Zwar hatten Ersthelfer den Dreijährigen zunächst noch reanimieren können, er starb dann aber im UKE. Kurz darauf stirbt ein kleiner Junge, der im Schwimmbad MidSommerland leblos im Wasser trieb.

In Schleswig-Holstein gibt es ebenfalls einen deutlichen Anstieg der Badetoten. Nach DLRG-Angaben starben im nördlichsten Bundesland mindestens 20 Menschen. Das waren sieben mehr als im Vorjahr. Unter den Badetoten waren zwei Flüchtlinge. Ende Juli starb ein zwei Jahre alter Junge aus Hamburg im Hoisdorfer Lichtensee während eines Kita-Ausflugs.

Bundesweit sind in den ersten acht Monaten mindestens 425 Menschen ertrunken – 46 mehr als im Vorjahr. Nach DLRG-Angaben ist das der höchste Stand seit acht Jahren. Die meisten Menschen (349) ertranken in den meist unbewachten Binnengewässern. In den Sommermonaten Juni bis August sank die Zahl der Todesfälle durch Ertrinken im Vorjahresvergleich um 34 auf 220 Fälle.