Finkenwerder

Airbus baut großes Erlebniscenter auf Finkenwerder

Der Entwurf des Hamburger Büros pbp – prasch buken partner – zeigt, wie das Airbus-Zentrum am Neßdeich später aussehen könnte

Der Entwurf des Hamburger Büros pbp – prasch buken partner – zeigt, wie das Airbus-Zentrum am Neßdeich später aussehen könnte

Foto: Ursula Groß / HA

50 Millionen Euro sollen auf Finkenwerder in Gebäudekomplex mit Hotel, Einzelhandel, Sportanlage und Gastronomie investiert werden.

Hamburg.  Airbus plant ein spektakuläres Großprojekt im Süden der Stadt. Der Flugzeugbauer will nach Abendblatt-Informationen auf Finkenwerder ein Dienstleistungszentrum mit bis zu 20.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche bauen lassen. In dem bis zu fünfgeschossigen Gebäudekomplex sollen unter anderem ein Gesundheitszentrum mit Fitnessstudio, eine Dreifeldturnhalle, Einzelhandel und Gastronomie einziehen.

Die Besonderheit: Das imposante Areal, welches links vom Werkseingang am Kreetslag liegen wird, soll auch für Betriebsfremde zugänglich sein. Die Fertigstellung ist bis zum Jahr 2019 geplant. Das Investitionsvolumen dürfte bei insgesamt rund 50 Millionen Euro liegen.

Zentrum soll allen offen stehen

„Wir schaffen ein Dienstleistungszentrum für die Menschen, die auf Finkenwerder leben und arbeiten. Natürlich steht es allen Hamburgern und Gästen offen – und auch unsere Mitarbeiter werden davon profitieren“, sagt Jutta Herfurth, die das Vorhaben als Projektleiterin für Airbus betreut.

„Wir sind sehr dankbar für den Standort Finkenwerder und wollen jetzt auch etwas an die Menschen vor Ort zurückgeben“, so Herfurth weiter. Als gastronomisches Konzept würde sich laut der Projektleiterin zum Beispiel „ein Café mit Aussichtsterrasse“ anbieten. Zudem sei ein Appartementhaus oder ein Hotel geplant.

Auch ein neues Besucherzentrum wird Airbus in der geplanten Immobilie unterbringen: „Wir haben jedes Jahr Zehntausende Gäste und wollen nun ein attraktives Besucherzentrum schaffen, damit eine Führung oder ein Geschäftstermin von Anfang an zum Erlebnis wird“, sagt Herfurth.

Vergabeverfahren der Stadt entscheidet über Investor

Allerdings wird Airbus nicht selber das Bauvorhaben realisieren. Dafür wurde laut Herfurth ein Investor gesucht. Nach Abendblatt-Informationen favorisiert Airbus die Hamburger property team AG, die das Projekt gemeinsam mit der HIH Real Estate GmbH realisieren soll. Dem Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksversammlung Mitte hat der Flugzeugbauer das Bauvorhaben bereits am Mittwochabend vorgestellt.

Es hat auch bereits einen Architektenwettbewerb gegeben. Dabei konnte sich das Hamburger Büro pbp – prasch buken partner architekten – mit einem Entwurf durchsetzen, der auf der Ausschusssitzung vorgestellt wurde. Die Abgeordneten haben einstimmig beschlossen, dass dafür ein neues Bebauungsplanverfahren eingeleitet werden soll.

Allerdings muss nun zunächst ein Vergabeverfahren durch die Stadt an den Investor erfolgen. Dann kann dieser das Projekt entwickeln und würde später die Grundstücke von der Stadt kaufen. Auf dem Areal stehen unter anderem einfache Behausungen, in denen Mieter untergebracht sind.

Stadt unterstützt Projekt

Die Stadt hat großes Interesse an diesem Bauvorhaben: „Hamburg ist der drittgrößte Standort der zivilen Luftfahrt weltweit. Airbus ist dabei einer der wesentlichen Player“, sagte Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) dem Abendblatt. Der Hamburger Senat sorge für gute Rahmenbedingungen, um den Technologievorsprung Hamburgs in der Luftfahrt auch für die Zukunft zu gewährleisten.

Das neue Zen­trum auf Finkenwerder sei ein weiterer Baustein dafür, so Horch weiter. Der Wirtschaftssenator ist sicher: „Es wird die Attraktivität des Standortes weiter steigern. Und dass man bei den Planungen auch die Bürger mit einbezieht, freut mich besonders.“

Wohnbebauung nicht beeinträchtigen

Auch für Mittes Bezirksamtsleiter Falko Droßmann (SPD) steht fest: „Der Bau des Dienstleistungszentrums ist ein wichtiges Statement für den Standort Finkenwerder.“ Das sieht die Politik auf der Elbinsel ähnlich: „Mit dem neuen Projekt bekommt nicht nur das Osttor von Airbus, sondern auch der Eingang von Finkenwerder im Osten ein ansprechendes Entree“, sagt CDU-Vizefraktionschef Matthias Lloyd. „Die Bebauung und insbesondere die Höhe muss aber letztlich so angelegt sein, dass die gegenüberliegende Wohnbebauung nicht beeinträchtigt wird“, ergänzt er.

„Wir begrüßen das vorgelegte Konzept ausdrücklich, dabei insbesondere auch die Idee, das Dienstleistungszen­trum in Bereichen wie Sport und Gesundheit für den Stadtteil zu öffnen“, so Ralf Neubauer, Vorsitzender der SPD Finkenwerder. Es müsse aber auch einen verantwortungsbewussten Umgang mit den bisherigen Nutzern der Fläche geben. Auf Finkenwerder verfügt Airbus über ein etwa vier Qua­dratkilometer großes Werksgelände. An diesem wichtigsten deutschen Standort des Flugzeugbauers arbeiten derzeit rund 12.500 Mitarbeiter.