Lange Wartezeiten

Hamburgs Kundenzentren sollen mehr Personal bekommen

Lange Schlangen und 60 Tage Wartezeit auf einen Termin: Die Situation in den Hamburger Behörden ist nach Ansicht vieler Bürger eine Katastrophe

Lange Schlangen und 60 Tage Wartezeit auf einen Termin: Die Situation in den Hamburger Behörden ist nach Ansicht vieler Bürger eine Katastrophe

Foto: Michael Arning

Reaktion auf lange Wartezeiten in Behörden: Bezirksamtsleiter wollen Personal aufstocken. Bislang ist jede fünfte Stelle nicht besetzt.

Wandsbek.  Einen Termin gibt es nur mit wochen- oder gar monatelangem Vorlauf, und wer spontan kommt, muss viel Zeit und Geduld mitbringen: Die Situation in den Kundenzentren der sieben Hamburger Bezirke ist aus Sicht vieler Bürger eine Katastrophe. Entsprechend genervt und gefrustet sind auch die Mitarbeiter – das wurde auf einer Personalversammlung am Mittwochmorgen in Wandsbek erneut deutlich.

Immerhin gibt es nun Hoffnung für Kunden und Mitarbeiter: Denn die Bezirksamtsleiter haben versprochen, mehr Personal einzustellen. „Die Situation ist absolut unbefriedigend“, räumte Harburgs Bezirksamtsleiter Thomas Völsch (SPD) nach der Versammlung gegenüber dem Abendblatt ein. „Das können wir nur beenden, wenn wir die vakanten Stellen besetzen“, so Völsch, der die Einführung des neue Online-Terminmanagements vor zwei Jahren für alle Bezirke koordiniert hatte.

Hamburger warten bis zu 60 Tage auf Termin

Die Zahl der Stellen in allen 20 Kundenzentren zusammen ist seit 2012 von 256 auf 212 gesunken. Und von diesen 212 ist knapp ein Fünftel nicht besetzt: „41 Stellen sind frei, und die fehlen“, betonte Völsch. Wie schnell die Besetzung der Stellen erfolgen könne, wollte Völsch nicht prognostizieren. Aber immerhin haben die Bezirke inzwischen von der Finanzbehörde sogar die Ausnahmeerlaubnis, auf dem externen Arbeitsmarkt nach Personal zu suchen – denn seit einigen Jahren gilt die Vorgabe, Mitarbeiter vorrangig innerhalb der Hamburger Verwaltung zu suchen.

Zuvor waren die Wogen bei der nicht öffentlichen Personalversammlung im Bürgersaal Wandsbek hochgeschlagen. „Es war hochemotional“, fasste Thomas Auth-Wittke, Personalsratsvorsitzender im Bezirksamt Bergedorf, die Stimmung hinterher zusammen. Fast alle 200 Mitarbeiter – durch Teilzeit gibt es mehr Köpfe als Stellen – hätten daran teilgenommen. „Keiner weiß mehr, wie er die Arbeit schaffen und wie er den Kunden gerecht werden soll“, so Auth-Wittke. Eine Mitarbeiterin habe aufgewühlt aus der Geschäftsordnung der Bezirksämter zitiert. Dort stehe, dass Kunden „zeitnah“ zu bedienen seien.