Panama Papers

Hamburger Bank bestätigt Geschäfte mit Briefkastenfirmen

Hans-Walter Peters, Vorstandssprecher der Berenberg Bank

Hans-Walter Peters, Vorstandssprecher der Berenberg Bank

Foto: Andreas Laible

Konten für Offshore-Gesellschaften auch bei der Berenberg Bank. Was das Hamburger Geldhaus zu den Vorwürfen sagt.

Hamburg.  Nach den Enthüllungen mehrerer Medien über in Panama gegründete Briefkastenfirmen hat sich nun eine Hamburger Privatbank zu Konten für Offshore-Gesellschaften geäußert. Die traditionsreiche Berenberg Bank bestätigte am Montag Geschäfte mit sogenannten Briefkastenfirmen im Ausland. Über ihre in der Schweiz ansässige Vermögensverwaltungstochter, die Berenberg Bank AG, führe sie wie viele andere Banken auch Konten für Offshore-Gesellschaften, erklärte ein Sprecher.

Bank: „Im Einklang mit gesetzlichen Regelungen“

„Dies steht selbstverständlich im Einklang mit den gesetzlichen Regelungen, erfordert jedoch höhere Sorgfaltspflichten auf Seiten der Banken.“ So sei der hinter dem Konto stehende wirtschaftlich Berechtigte immer bekannt. Zudem würden wirtschaftlich Berechtigte und Bevollmächtigte täglich in speziellen Datenbanken auf negative Einträge hin überprüft.

Zahlungen unterlägen einem „permanenten Monitoring“. Die Berenberg Bank verfolge eine klare Weißgeldstrategie, die Prozesse würden regelmäßig von unabhängigen externen Prüfern untersucht und für wirkungsvoll befunden.

Banken haben Kunden Briefkastenfirmen in Panama vermittelt

Die Berenberg Bank ist offenbar aber nicht die einzige betroffene Bank. Zahlreiche deutsche Geldhäuser haben ihren Kunden offenbar geholfen, über die Kanzlei Mossack Fonseca Briefkastenfirmen in Panama zu gründen. „Dieses Geschäft ist über viele Jahre von Banken vermittelt worden, auch von vielen deutschen Banken“, sagte Georg Mascolo, der den Rechercheverbund von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ leitet, in der Sendung „Anne Will“.

„Wenn sie mich fragen würden, welche der deutschen Banken ist eigentlich nicht dabei gewesen, Kunden zu helfen, zu Mossack Fonseca zu gehen, müsste ich lange nachdenken, ob mir überhaupt eine einfällt.“ Laut „SZ“ haben zahlreiche Vermögende Briefkastenfirmen in dem mittelamerikanischen Land genutzt, um Steuern zu hinterziehen oder Geld zu waschen.