Rahlstedt

Keine Information: SPD-Mann kritisiert Stadt

Unterkunft für rund 1000 Flüchtlinge am Höltigbaum ist schon länger beschlossen. Ole Thorben Buschhüter drängte auf Veröffentlichung

Rahlstedt.  Der Stadtteil Rahlstedt erhält eine weitere Erstaufnahme am Höltigbaum für knapp 1000 Menschen. Damit kommt der Stadtteil dann auf gut 5000 Unterkunftsplätze. Vor Ort ist das schon länger bekannt, allerdings hat die Stadt erst jetzt darüber informiert. Und das, obwohl etwa der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter seit Monaten darauf drängt, diese Information zu veröffentlichen.

Dabei hat Buschhüter nichts gegen die Unterkunft einzuwenden. Sie liegt abseits der Wohngebiete und ist per Bus zu erreichen. Auf seiner Internetseite hat er noch vor wenigen Tagen moniert, dass die Stadt „diesen Standort immer noch nicht öffentlich kommuniziert hat, was bereits mehrfach auch von mir angemahnt wurde“. Dabei hat er selbst schon Anfang Januar dort einen Beitrag samt Foto veröffentlicht, „als Versuch, zumindest etwas Transparenz in das Vorhaben zu bringen“.

Tatsächlich hat die Stadt diesen Standort bereits vor Weihnachten ausgesucht. Dann allerdings gab es Probleme mit den Wohncontainern. Diese erfüllten die brandschutztechnischen Anforderungen nicht. Deshalb kam es bei der Erschließung und dem Bau der Unterkunft zu Verzögerungen.

Das Brandschutzproblem hat aber das grundsätzliche Vorhaben, dort eine Unterkunft zu eröffnen, nicht verhindert. Es ging nur um das Wann, nicht das Ob. Und so hätte der Zentrale Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF) schon längst im Internet (www.­hamburg.de/fluechtlinge) darüber berichten können. „Damit hätten wir den Standort öffentlich noch besser vertreten können“, so Buschhüter. Allerdings sagt er auch: „Getäuscht werden soll hier niemand, der Baufortschritt vor Ort ist ja auch augenfällig, aber dem Informationsbedürfnis der Anwohner wurde bislang nicht Rechnung getragen.“

Jetzt hat das ZKF nachgebessert. Es handele sich um ein Versehen, versichert ZKF-Sprecherin Kerstin Graup­ner. „Wir bitten das zu entschuldigen. Leider sind für die geplante Erstaufnahme in Wandsbek in unserem Haus unterschiedliche Straßenbezeichnungen für ein und denselben Standort verwendet worden.“ Die geplante Einrichtung liege noch an einem nicht benannten Straßenteil. Graupner kündigte an, dass es am 4. April eine Informationsveranstaltung geben werde. Im Mai ziehen die ersten Bewohner ein.

Auch im Bergedorfer Stadtteil Lohbrügge entsteht eine neue Zentrale Erstaufnahme für Flüchtlinge. Die Stadt hat am Freitag den Kaufvertrag für das Dima-Sportcenter am Havighorster Weg unterschrieben, wie die Finanzbehörde dem Abendblatt am Dienstag bestätigte. Die Kaufsumme wurde als vertraulich eingestuft. Die „Bergedorfer Zeitung“ (BZ) hatte in ihrer Dienstagausgabe über den Verkauf berichtet. „Einen genauen Eröffnungstermin können wir noch nicht nennen“, sagte Graupner dem Abendblatt. Die Sozialbehörde plane aber, das Gebäude ab Mai als Unterkunft zu nutzen. 700 bis 1000 Flüchtlinge sollen in Zukunft in dem ehemaligen Sportzen­trum untergebracht werden.