Hamburg

Chronik einer Fahrradstraße

Friederike Ulrich

Bereits nach knapp einem Jahr waren viele Nachbesserungen am Harvestehuder Weg notwendig

Am 10. Juli 2014 wird die Idee, den Harvestehuder Weg zur Fahrradstraße umzubauen, auf einer Landespressekonferenz vorgestellt. Das Vorhaben ist Teil des Alsterachsenkonzepts, das die Optimierung der Straßen rund um die Alster für Fahrradfahrer vorsieht.


Im Oktober 2014
beginnt die Umsetzung. Am 12. Dezember ist die 1,25 Kilometer lange, bis zu 6,5 Meter breite und 1,5 Millionen Euro teure Strecke fertig. Statt der 65 Stellplätze, die zum Teil zwischen Bäumen lagen, gibt es nun 60 Parkplätze am Fahrbahnrand. Ab sofort haben Radfahrer (täglich rund 4400) Vorrang vor Autos und Reisebussen (3500); für die gilt Tempo 30.


Am 19. Dezember
kommt es zum ersten Unfall. Weil Radfahrer über rücksichtslose und zu schnelle Autofahrer klagen, wird ein Monitoring beschlossen.


Zwischen Februar und Mai 2015
sind 85 Prozent der Autofahrer mit mindestens 45 Kilometern pro Stunde deutlich zu schnell. Es gibt 60 Prozent Durchgangsverkehr. Die Radfahrer werden in vielen Situationen ausgebremst und nutzen daher vermehrt den alten Weg im Alstervorland.
Seit Oktober 2015
laufen Nachbesserungsmaßnahmen: Die Parkplätze werden vom Fahrbahnrand auf die Nebenflächen zurückverlegt sowie neue Auf- und Abfahrten zwischen Radweg und Fahrradstraße eingerichtet. Um den Durchgangsverkehr zu reduzieren, werden die Ampelzeiten an Mittelweg und Krugkoppelbrücke/Harvestehuder Weg umgeschaltet.


Aktuell
wird mit der Verbreiterung des Fußwegs zwischen dem US-Generalkonsulat und dem Beginn der Fahrradstraße die vorerst letzte dieser Maßnahmen umgesetzt.

( fru )

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