Winternotprogramm

Auch Diakonie fordert: Häuser für Obdachlose ganztägig öffnen

Hamburg. Die Quartiere des Winternotprogramms für Obdachlose in Hamburg sollten nach Ansicht der Diakonie ganztägig geöffnet sein. Die Gegenargumente der Sozialbehörde seien nicht überzeugend, kritisierte Diakoniesprecher Steffen Becker am Freitag. Laut Sozialbehörde gäbe es Probleme mit der Reinigung der Quartiere. Außerdem sollen Obdachlose tagsüber Beratungsstellen aufsuchen und hätten genug Ausweichmöglichkeiten auf Tagesaufenthaltsstätten.

Die Quartiere sind derzeit täglich zwischen 17 und 9 Uhr geöffnet. Die Diakonie hält eine zweistündige Schließung zur Reinigung für angemessen. Auch das Aufsuchen von Beratungsstellen dauere nicht zehn Stunden täglich. Die zwei Tagesaufenthaltsstätten in Hamburg seien stark überlastet und könnten den Obdachlosen nicht ausreichend Ruhe und Wärme in der kalten Jahreszeit bieten. Das Straßenmagazin „Hinz&Kunzt“ hat mit einer Onlinepetition schon 35.000 Unterschriften für die ganztägige Öffnung der Quartiere gesammelt. Das Winternotprogramm sieht vor, Obdachlosen den Winter über kostenlos Schlafplätze zur Verfügung zu stellen. (lno)