Winternotprogramm

25.000 Unterstützer für Online-Petition von "Hinz&Kunzt"

Die Obdachlosenzeitung fordert Sozialsenatorin Melanie Leonhard auf, das Winternotprogramm für Obdachlose auch tagsüber zu öffnen.

Hamburg. Innerhalb nur eines Tages haben mehr als 25.000 Menschen die Online-Petition von "Hinz&Kunzt" zur Ausweitung des Winternotprogramms unterzeichnet (Stand Donnerstag, 7. Januar, 17.00 Uhr).

Die Hamburger Obdachlosenzeitung „Hinz&Kunzt“ hatte die Petition gestartet, um der Forderung nach einer ganztätigen Öffnung des Winternotprogramms Nachdruck zu verleihen. Sozialarbeiter Stephan Karrenbauer appellierte am Mittwoch erneut an Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD), den Obdachlosen Ruhe und Wärme zu gönnen

. „In der Beratung erlebe ich erschöpfte und kranke Menschen, die nicht zur Ruhe kommen“, so Karrenbauer. „Aber sie brauchen Ruhe und Wärme genauso wie wir alle - und Sie sicher auch.“ Der Link zur Unterstützung der Petition lautet: http://www.change.org/winternotprogramm

Auf Nachfrage teilte die Hamburger Sozialbehörde am Donnerstag mit, dass Senatorin Melanie Leonhard den Initiatoren der Online-Petition bereits am Mittwoch angeboten habe, über die Petition ins Gespräch zu kommen.

Marcel Schweitzer, Sprecher der Sozialbehörde teilte am Donnerstag auf Nachfrage mit, dass eine Tagesöffnung des Winternotprogramms in Hamburg ebenso wie im restlichen Bundesgebiet nicht vorgesehen sei. Laut Schweitzer würde eine Tagesöffnung dazu führen, dass die "Menschen die Gebäude nicht mehr verlassen und die Beratungsangebote nicht annehmen und damit in ihrer Lebenssituation verharren".

Tagsüber stünden den Obdachlosen mindestens rund 670 Plätze in Tagesaufenthaltsstätten sowie weitere Plätze in Einrichtungen wie zum Beispiel der Alimaus, dem StützPunkt und den zahlreichen Essenausgabestellen in Hamburg zur Verfügung. Diese Einrichtungen würden in der Regel Verweisberatungen oder auch Beratungen anbieten, um nach Möglichkeit zu einer Verbesserung der schwierigen Situation der obdachlosen Menschen zu kommen.

Weil viele dieser Einrichtungen jedoch an den Wochenenden geschlossen hätten, plane man nun, im Laufe des Januars, zwei Tagesaufenthaltsstätten auch am Wochenende zu öffnen und zwar jeweils eine Einrichtung am Sonnabend und eine am Sonntag. Die Gespräche mit den Einrichtungen seien noch nicht abgeschlossen. Die Sozialbehörde verfolge das Ziel der Öffnung von Tagesaufenthaltsstätten seit November 2015 und ist auch bereit, hierfür zusätzliche Mittel bereitzustellen.