Bahrenfeld

Mann im Silvesternebel nach Unfall mit Taxi schwer verletzt

Eine Gruppe Menschen stand auf der Straße. Taxifahrer nahm sie im Dunst zu spät wahr. Die Unverletzten bedrohten den Unfallfahrer.

Hamburg. Ein 25-jähriger ist in der Neujahrsnacht bei einem Verkehrsunfall mit einem Taxi an der Bahrenfelder Chaussee schwer verletzt worden.

Etwa 50 Personen befanden gegen 0.15 Uhr auf dem Gehweg der Bahrenfelder Chaussee Höhe 89 und brannten Feuerwerkskörper und Raketen ab. Mehrere Personen betraten nach Angaben der Polizei die Fahrbahn, um Fotos und Filme vom Feuerwerk zu machen. Ein herannahender Taxifahrer, der die Bahrenfelder Chaussee stadteinwärts fuhr, nahm die Personen auf der Straße aufgrund der plötzlichen Nebelentwicklung wohl zu spät wahr und erfasste mit seinem Taxi zwei Männer.

Als der Taxifahrer anhielt und ausstieg, um sich um die Verletzten zu kümmern, wurde er von der Personengruppe bedrängt. Daraufhin flüchtete er, stellte sein Taxi in der Nähe der Unfallstelle ab und verständigte die Polizei.

Das 25-Jährige Unfallopfer erlitt lebensgefährliche Kopfverletzungen und wurde nach medizinischer Erstversorgung in ein Krankenhaus eingeliefert. Ein 21-Jähriger wurde nur leicht verletzt und lehnte eine ärztliche Behandlung ab.

Ein Sachverständiger wurde zur Unfallaufnahme hinzugezogen.

Nebel in der Silvesternacht

Die schlagartig in Hamburg entstandenen Nebelwände sind ein wiederkehrendes Silvesterphänomen, sagt Frank Böttcher, Leiter des Instituts für Wetter- und Klimakommunikation. Meteorologen sprechen sogar von „Silvesternebel“. Dabei treffen hohe Luftfeuchtigkeit, sinkende Temperaturen und viel Feinstaub aufeinander – wie am Silvesterabend in Hamburg. „Das flächendeckende Zünden von Raketen oder Böllern lädt die feuchte Luft so stark mit Feinstaub auf, dass Wasser sofort an den Partikeln kondensiert“, sagt Böttcher. Im Ergebnis entstehen blitzartig Nebelbänke von enormer Dichte und wenig Sichtweite. „Bei schwachem Wind dauert es dann auch eine Weile, bis sich diese Dunstwände verzogen haben“, sagt Böttcher. In Hamburg hätte man das Phänomen am Neujahrsmorgen noch im Nordosten der Stadt beobachten können. „Man kann den Silvesternebel mit dem Impfen von Wolken vergleichen, damit sie abregnen“, sagt Böttcher. Der „Einnebelungsprozess“ werde durch die vielen Partikel der Silvesterraketen zusätzlich verstärkt und beschleunigt.