Asyl

Hamburg plant kostenloses WLAN in allen Flüchtlingsheimen

Ein Flüchtling macht ein Selfie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. In allen Hamburger Flüchtlingsunterkünften soll es bald kostenloses WLAN geben

Ein Flüchtling macht ein Selfie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. In allen Hamburger Flüchtlingsunterkünften soll es bald kostenloses WLAN geben

Foto: Bernd von Jutrczenka / picture alliance / dpa

Bewohnern soll Kontakt zu Angehörigen ermöglicht werden. Handelskammer unterstützt Vorhaben von Rot-Grün. So soll es finanziert werden.

Hamburg.  Das Internet ist für Flüchtlinge meist die einzige Möglichkeit, um mit den Angehörigen in der Heimat im Kontakt zu bleiben. Nun soll ihnen der Zugang dazu erleichtert werden. SPD und Grüne planen, in allen 117 Hamburger Unterkünften kostenfreies WLAN einzurichten. Finanziert werden soll das Vorhaben mit öffentlichem Geld und Spenden. Unterstützung kommt auch von der Handelskammer.

Bislang ist ein entsprechendes Angebot lediglich in 20 Einrichtungen vorhanden oder konkret geplant. Künftig sollen alle Flüchtlinge einen freien Internetzugang erhalten. Aber nicht nur sie. „Kostenfreies WLAN in den Unterkünften hilft den Haupt- und Ehrenamtlichen, ihre Arbeit zu koordinieren“, sagt Hansjörg Schmidt, medienpolitischer Sprecher der SPD. Kommunikation laufe heutzutage maßgeblich über WhatsApp oder Facebook. Zudem erhielten Flüchtlinge über das Internet aber auch Zugang zu Sprachangeboten und zu Wissen über das neue Umfeld in Deutschland. „Unser Ziel ist es, möglichst viele Unterkünfte möglichst schnell mit WLAN zu versorgen“, so der grüne Medienexperte Farid Müller.

Zelte am Hauptbahnhof werden abgebaut

Dafür sollen im ersten Schritt 80.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Das sieht der gemeinsame Antrag vor, über den die Bürgerschaft kommende Woche abstimmt. Zudem baut Rot-Grün auch auf die Unterstützung von Wirtschaft und privaten Spendern. „Wir finden dieses Vorhaben unterstützenswert“, sagt Adrian Ulrich, Geschäftsführer in der Handelskammer. Digitale Versorgung ermögliche Flüchtlingen Teilhabe und Integration.

Kommentar: Kostenloses Wlan alleine ist keine Politik

Die Stadt selbst wird laut Schmidt und Müller nicht als Anbieter der WLAN-Anschlüsse in Erscheinung treten, weil diese bei Missbrauch haftbar gemacht werden kann. Deshalb sollen – wie bei den bestehenden Angeboten – die Telekom, willy.tel oder Freifunk die Betreiber sein.

Unterdessen werden die Zelte für durchreisende Flüchtlinge am Hauptbahnhof abgebaut. Von Montag an erhalten sie eine feste Unterkunft im wenige Schritte entfernten Bieberhaus.