Gala

Wie die kleine Emelie die Hamburger Prominenz rührte

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Hanna-Lotte Mikuteit
Bei der Preisverleihung im Kehrwieder-Theater interviewt Moderator Jörg Pilawa die Familie von Emelie

Bei der Preisverleihung im Kehrwieder-Theater interviewt Moderator Jörg Pilawa die Familie von Emelie

Foto: Bauer Media Group / HA

Das Mädchen war in die Elbe gestürzt und lag sieben Wochen im Koma. Jetzt wurden sie und ihre Familie als „Helden des Alltags“ geehrt.

Hamburg.  Es war ein Unfall, der viele Hamburger bewegt hat. Die kleine Emelie hatte bei einem Hamburg-Besuch im vergangenen Jahr an den Landungsbrücken gespielt und war dabei in die Elbe gestürzt. Obwohl ihr Vater und ein Helfer sofort hinterher sprangen, dauerte es eine halbe Stunde, bis das Mädchen aus dem Wasser geborgen werden konnte. Sieben Wochen lag Emelie im Wachkoma. Dass sie überlebte, grenzt nach Aussagen der Ärzte an ein Wunder.

Am Donnerstagabend hüpfte das Mädchen fröhlich über die Bühne des Kehrwieder-Theaters in der Hamburger Speicherstadt und bezauberte das Gala-Publikum – und Moderator Jörg Pilawa. Die Familie wurde bei der Gala Helden des Alltags der Programmzeitschrift „auf einen Blick“ (Bauer Verlag) mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Emelie, die mit ihren Eltern und ihrer älteren Schwester aus ihrem Heimatort in Rheinland-Pfalz angereist war, hat sich mit deren Hilfe wieder erholt. Im nächsten Jahr wird die Sechsjährige eingeschult.

„Jeder kann ein Held sein“

Die „Helden des Alltags“ wurden durch eine Wahl der „auf einen Blick“-Leser und der Redaktion unter 20 Kandidaten ermittelt. Chefredakteur Jan von Frenckell: „Wir haben Menschen ausgezeichnet, die in unfassbaren Situationen waren – aber nicht aufgaben, sondern über sich hinauswuchsen. Sie alle zeigen uns etwas ganz Wichtiges: Jeder kann ein Held sein!“

Zu den Preisträgern zählte Christoph Rickels (Friedeburg/Niedersachsen). Vor sieben Jahren wurde der damals 20-Jährige völlig grundlos vor einer Diskothek niedergeschlagen und lag anschließend vier Monate im Koma. Seitdem ist Rickels schwerbehindert und halbseitig spastisch gelähmt. Dennoch gründete das Verbrechensopfer die Initiative „First Togetherness“ für ein gewaltfreies Miteinander und wirbt damit bundesweit an Schulen für einen verständnisvollen Umgang.

200 Gäste und viele Prominente

Die beiden Sonderpreise gingen neben der Familie von Emelie Bollmann an die Familie der 14-jährigen Antonia Marx aus Hennef (bei Bonn). Kurz nach ihrer Geburt wurde bei ihr Mukoviszidose diagnostiziert – eine Erbkrankheit, die unheilbar ist. Die Eltern tun alles, um ihre Tochter im Kampf gegen die Krankheit zu stärken, machen darüber hinaus anderen Betroffenen Mut und organisieren Benefizveranstaltungen. Eine besondere Rolle spielt Antonias 16-jähriger Bruder Mathias.

Unter den mehr als 200 Gästen waren zahlreiche Prominente wie Wolfgang Stumph, Birgit Schrowange, Wanda Perdelwitz, Rhea Harder, Hubertus Meyer-Burckhardt und Alexa Maria Surholt. Musikalische Höhepunkte waren die Auftritte von Yvonne Catterfeld, die u. a. den Hit „Hey“ live sang.

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