Kinderbetreuung

Personallage in Hamburgs Kitas hat sich verbessert

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Der Personalschlüssel in Hamburger Kitas hat sich verbessert

Der Personalschlüssel in Hamburger Kitas hat sich verbessert

Foto: Georg Wendt / dpa

Im bundesweiten Vergleich schneidet das Hamburger Betreuungsverhältnis bei unter Dreijährigen allerdings nach wie vor schlecht ab.

Hamburg. Die Personalschlüssel in Hamburgs Kindertagseinrichtungen haben sich in den vergangenen zwei Jahren stark verbessert, dennoch gibt es für die Betreuung von Kleinkindern immer noch zu wenig Erzieher.

Das geht aus dem aktuellen „Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme“ der Bertelsmann Stiftung hervor. Demnach kommen in Hamburg auf eine vollzeitbeschäftigte Kita-Fachkraft durchschnittlich 5,1 ganztags betreute Krippen- bzw. 8,7 Kindergartenkinder. Zwei Jahre zuvor war eine Erzieherin in Hamburg noch für 5,7 Krippen oder 9,4 Kindergartenkinder zuständig.

Im bundesweiten Ländervergleich steht die Hansestadt damit allerdings nur zum Teil besser da als 2012. Mit dem Personalschlüssel für Kinder ab drei Jahren liegt Hamburg hinter Baden-Württemberg, Bremen und Niedersachen auf dem vierten Platz und ließ damit Bayern und Schleswig-Holstein hinter sich.

Während Baden-Württemberg mit 3,1 Krippen und 7,7 Kindergartenkindern in beiden Altersgruppen Spitzenreiter ist, fällt Hamburg bei den unter Dreijährigen stark ab und hat in dieser Hinsicht nach wie vor das ungünstigste Betreuungsverhältnis aller westdeutschen Bundesländer.

Dennoch hat Hamburg im Betreuungsverhältnis in den vergangenen zwei Jahren Qualitätssprünge gemacht, bei denen insgesamt nur Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt mithalten können. Trotz der Verbesserungen erreicht Hamburg allerdings immer noch nicht die Empfehlungen der Bertelsmann Stiftung. Denen zufolge sollte bei den unter Dreijährigen eine Erzieherin für höchstens drei Kinder verantwortlich sein. Für die Altersgruppe ab drei Jahren sollte der Personalschlüssel nicht schlechter als 1 zu 7,5 sein. Dieser Empfehlung kommt Hamburg schon näher.

„Angesichts der konstant hohen Unterschiede zwischen den Bundesländern werden bundeseinheitliche Qualitätsstandards für Kindertagesbetreuung immer drängender“, sagte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung und ehemaliger Wissenschaftssenator der Hansestadt Hamburg.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) sieht trotz der Fortschritte Luft nach oben. „Bei der Qualität der Kindertagesbetreuung haben wir noch einen längeren Weg vor uns“, erklärte die Politikerin am Montag. Eine Bertelsmann-Studie hatte ergeben, dass es beim für die Qualität entscheidenden Betreuungsschlüssel in den Einrichtungen zwar einen positiven Trend gebe. Dennoch sei immer noch zu wenig Personal in den Kitas.

Arbeiterwohlfahrt und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mahnten bundesweit einheitliche Standards an. Zudem müsse der Bund Geld für die frühkindliche Bildung locker machen, forderte die GEW.

Nach der am Montag vorgestellten Studie der Bertelsmann-Stiftung kamen 2014 auf eine Vollzeitkraft im Schnitt 4,4 Krippenkinder in der Ganztagsbetreuung, oder 9,5 Kindergartenkinder. Zwei Jahre zuvor waren die Durchschnittswerte mit 4,8 und 9,8 noch schlechter. Damit ist die Qualität in bundesdeutschen Kitas und Kindergärten dank einem Plus beim Personal besser geworden.

Der gesamtdeutsche Durchschnitt liegt pro Erzieher bei 4,4 ganztags betreuten Krippenkindern oder 9,5 Kindergartenkindern. Im Osten müssen sich Erzieher um deutlich mehr U3-Kinder kümmern (1 zu 6,1) als im Westen (1 zu 3,6). Die Betreuungsverhältnisse für die Kindergartengruppen sind im Westen ebenfalls besser (West 1 zu 8,9; Ost 1 zu 12,4).

( feg )

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