Hamburg

FDP: Senatorin Prüfer-Storcks schadet Kliniken

Hamburg.  Die FDP in der Bürgerschaft hat der Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüder-Storcks (SPD) vorgeworfen, in der Gesundheitsbranche Misstrauen zu säen. Hintergrund sind Äußerungen der Senatorin, dass es grundsätzlich zu viele überflüssige Operationen in Krankenhäusern gebe. Wie FDP-Gesundheitsexperte Wieland Schinnenburg dem Abendblatt sagte, habe Prüfer-Storcks kein Gutachten benennen können, aus dem sich ihr Verdacht ergebe.

Schinnenburg hatte eine Schriftliche Kleine Anfrage an den Senat gestellt, deren Antwort jetzt vorliegt. Darin heißt es zu den Ursachen vermeintlich zu hoher Zahlen an Operationen: Es gebe ein „komplexes Geflecht“ von Ursachen. Ein Gutachten des Hamburg Center for Health Economics der Uni Hamburg und der TU Berlin deute darauf hin, „dass die Krankenhäuser teilweise nicht notwendige Operationen durchführen“. Diese Antwort reicht Schinnenburg nicht. „Die Senatorin liefert also keinen Beleg für ihre rufschädigende Äußerung.“

Prüfer-Storcks hatte im Abendblatt-Interview gesagt, die Krankenkassen hätten nachgewiesen, dass 80 Prozent aller Operationen an der Wirbelsäule oder am Knie vermeidbar waren. Gleichzeitig hatte sie vorgeschlagen, eine Zweitmeinung eines anderen Arztes obligatorisch einzuführen. In der Senatsantwort auf Schinnenburgs Anfrage ist nur von einer freiwilligen Zweitmeinung die Rede, die man den Patienten anbieten wolle. Schinnenburg sagte, die Kosten dafür seien nicht geklärt. „Es ist also zu befürchten, dass diese Kosten aus dem bisherigen Budget bezahlt werden müssen. Dies wird die finanzielle Lage der Krankenhäuser und damit den Spardruck weiter verschärfen.“