Hamburger Comedy-Pokal

Alles nur geklaut: Faisal Kawusi gibt Preise zurück

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Stefan Reckziegel
Faisal Kawusi war Zweiter des Hamburger Comedy-Pokals

Faisal Kawusi war Zweiter des Hamburger Comedy-Pokals

Foto: Nicolas Grehl

Zweitplatzierter hatte Gags von kanadischem Comedian übernommen. Comedy-Pokal will künftig Autorenschaft offenlegen.

Hamburg. Seine Mimik überzeugte, auch seine Körpermasse beherrschte der 1,92-Meter-Koloss. Und mit punktgenauen Pointen und frechen Scherzen über seine afghanischen Wurzeln erntete Faisal Kawusi beim 13. Hamburger Comedy-Pokal Anfang Februar im Schmidts Tivoli reichlich Lacher. 2000 Euro für den zweiten Platz und 500 Euro als Gewinner des Publikumspreises waren der Lohn.

Prämien, die der 23 Jahre Comedian aus Frankfurt am Main nun zurückzahlen muss: Kawusi hatte bei allen vier hiesigen Auftritten in Hauptrunde, Halbfinale, „Second Chance Show“ und im Finale weder eigenes Material verwendet noch die Autorenschaft offengelegt und damit gegen die Grundwerte des Comedy-Pokals verstoßen – ein Novum bei Deutschlands größtem Kleinkunstwettbewerb.

Kawusi rief Peter Rautenberg vom Hamburger Comedy Pokal e. V. an und kündigte an, seine Preise zurückzugeben. Eine Facebook-Gruppe namens „Comedy Leaks“ hatte nachgewiesen, dass Kawusi seine Nummern eins zu eins vom kanadischen Stand-up-Comedian Russell Peters übernommen hat – ohne den Autor zu fragen. „Ich verspreche, dass dies in Zukunft nicht wieder vorkommen wird“, entschuldigte sich Kawusi beim Veranstalter, beim Hamburger Publikum und bei den Kollegen.

Hamburgerin rückt auf Platz zwei vor

Während der diesjährige Sieger, der Mainzer Kabarettist Frank Fischer, davon nicht tangiert ist, rückt Katie Freudenschuss jetzt auf Platz zwei vor. Die komische Keyboarderin aus Hamburg hatte mit Auszügen ihres Solodebüts „Bis Hollywood is eh zu weit“ erstmals an einem Wettbewerb teilgenommen. Das Duo Das Lumpenpack (Max Kennel/Jonas Meyer) erhält nun den dritten Preis (1000 Euro) und teilt sich mit Fischer den Publikumspreis.

Für die 14. Auflage des Kleinkunst-Contests hat der Hamburger Comedy Pokal e. V. schon Konsequenzen gezogen: Beim Wettbewerb 2016 müssen alle 20 Teilnehmer schriftlich versichern, nur eigenes Material zu spielen oder Material von anderen Autoren kenntlich machen und deren Einverständnis vorlegen. „Gag-Klau ist keine Bagatelle“, sagte Rautenberg.

Übrigens: Faisal Kawusi will trotz seines Fauxpas von Herbst an deutschlandweit touren. Der Titel seines ersten Soloprogramms lautet: „Glaub nicht alles, was du denkst“.

( str )

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