Hamburg

Mit „feindlichen Grüßen“

Früher hat man seinen Brief auf einer guten alten Schreibmaschine geschrieben. Falls jetzt jüngere Leser stutzen, die als „Digital Natives“ in der digitalen Welt mit Smartphone & Co praktisch schon in der Wiege aufgewachsen sind: Eine Schreibmaschine ist ein von Hand oder elektromechanisch angetriebenes Gerät, das dazu dient, Text mit Drucktypen zu schreiben und hauptsächlich auf Papier darzustellen, wie Wikipedia erklärt.

Also, bei solchen Texten auf der guten, alten Schreibmaschine konnte nicht viel schiefgehen, es sei denn, man tippte daneben, aber dann sah man es und konnte den Fehler manuell verbessern. Wie gefährlich ist es nun in der digitalen Schreibwelt, wenn man eine einfache E-Mail schreibt – und das intelligente Korrekturprogramm grätscht frech dazwischen. Vorsicht, da wird die E-Mail schnell zur gefährlichen Waffe, mit der man unabsichtlich beleidigen kann. Neulich setzte das fiese Programm plötzlich bei einer Floskel: „Mit freundlichen Grüßen“ „feindliche Grüße“ ein. Aus dem berühmten „Süllberg“ in Blankenese machte es kurzerhand „Müllberg“ und aus „leider“ wurde „leiser“. Was für ein Eigenleben des PC – verblüffend, erschreckend. Natürlich habe ich die E-Mails mit den gemeinen Worten nicht abgeschickt. Noch mal „Schwein gehabt“ (nicht „Wein“, liebes Korrekturprogramm). Nicht einfach blindlings irgendwelchen Programmen vertrauen, ist die lehrreiche Erkenntnis. Mit freundlichen Grüßen!