Tarifstreit

Ver.di stimmt Einigung für Karstadt-Luxushäuser zu

Das Alsterhaus in Hamburg

Das Alsterhaus in Hamburg

Foto: dpa Picture-Alliance / Marcus Brandt

Neuer Tarifvertrag betrifft auch die Mitarbeiter des Hamburger Alsterhauses. Löhne sollen in den kommenden Jahren angeglichen werden.

Hamburg. Die drei Luxus-Warenhäuser der Kaufhauskette Karstadt kehren in die Tarifbindung zurück. Die Tarifkommission der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di stimmte am Donnerstag dem vergangene Woche ausgehandelten Tarifvertrag für die rund 1800 Mitarbeiter der sogenannten KaDeWe Group zu, wie Ver.di in Berlin mitteilte. „Nach fast zweijähriger Tarifflucht haben die Beschäftigten der KaDeWe Group endlich wieder die Sicherheit unserer regionalen Tarifverträge“, erklärte die Gewerkschaft.

Die Beschäftigten des KaDeWe in Berlin, des Alsterhauses in Hamburg und des Oberpollinger in München kehren in die Tarifbindung zurück, aus der Karstadt unter Vorbesitzer Nicolas Berggruen 2013 ausgestiegen war. Die Tariflöhne sollen über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren auf das Niveau der Flächentarifverträge im Einzelhandel angehoben werden.

Tarifsteigerungen, die in Zukunft ausgehandelt werden, sollen die Beschäftigten aber umgehend erhalten. Die Angestellten bekommen auch wieder Urlaubs- und Weihnachtsgeld. „Jetzt können alle Beschäftigten wieder mit diesem Geld planen“, erklärte Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes.

Der Tarifvertrag leiste zudem einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Arbeitsplätze, da der Arbeitgeber bis zum Ende der Laufzeit am 30. September 2018 auf betriebsbedingte Kündigungen verzichte, sagte Peukes weiter.

Der beim Eigentümer Signa für den Einzelhandel zuständige Geschäftsführer Wolfram Keil hatte vergangene Woche erklärt, von der Rückkehr zur Tarifbindung verspreche sich die Geschäftsführung, dass nunmehr sämtliche Kräfte gebündelt werden können, um sich auf die künftige positive wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens konzentrieren zu können.

Die Warenhäuser und die Karstadt-Sport-Häuser dagegen befänden sich in einer „schwierigen Sanierungsphase“. Dort würden „Sanierungstarifverträge“ verhandelt, die „zwingend weitgreifende Personalkosteneinsparungen zur Folge haben müssen“. (AFP)