Aktuelle Statistik

Hamburg nahm 480 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge auf

Foto: Marcelo Hernandez

Noch nicht volljährige Flüchtlinge, die allein nach Deutschland kommen, bedeuten eine große Herausforderung. In Hamburg ist das Problem besonders akut, wie aktuelle Zahlen belegen.

Berlin/Hamburg. Kein anderes Bundesland hat im vergangenen Jahr im Verhältnis zu seiner Einwohnerzahl so viele unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufgenommen wie Hamburg. Laut einer aktuellen Statistik der Bundesregierung stellten in der Hansestadt 480 Ausländer unter 18 Jahren einen Asylantrag. Nur die bevölkerungsreichen Flächenländer Bayern (1167), Hessen (722) und Nordrhein-Westfalen (670) nahmen mehr auf. In Berlin wurden 191 Minderjährige, in Schleswig-Holstein 80 dieser Kinder und Jugendlichen betreut.

Deutschlandweit stellten im vergangenen Jahr 4399 Minderjährige, die alleine nach Deutschland kamen, einen Asylantrag. Das sind 77 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die meisten minderjährigen Flüchtlinge kamen aus Afghanistan, Eritrea und Syrien. Viele von ihnen wurden von der Polizei an einer Grenze aufgegriffen und dann dem Jugendamt übergeben.

Um künftig eine bessere Versorgung der Kinder und eine Entlastung bestimmter Kommunen zu erreichen, arbeitet das Bundesfamilienministerium derzeit an einem Gesetzentwurf, der eine Umverteilung möglich macht. Bislang ist das bei unbegleiteten Minderjährigen verboten. Ministerin Manuela Schwesig (SPD) hatte im Januar dem NDR 90,3 in Hamburg gesagt: „Schleuser bringen gezielt die minderjährigen Flüchtlinge nach Hamburg, Berlin, München – das sprengt unsere Möglichkeiten in diesen Städten.“ Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) hatte erklärt, er erwarte, dass alle Bundesländer bis Mitte des Jahres Voraussetzungen für die Aufnahme von unbegleiteten Flüchtlingskindern geschaffen haben.

( (dpa) )

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