Premiere

Chinesische Marine mit 800 Seeleuten zu Besuch in Hamburg

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Foto: TVr news kontor

Die zweitgrößte Marine der Welt zeigt sich erstmals in einem zivilen deutschen Hafen: Rund 800 chinesische Seeleute bleiben sechs Tage lang in Hamburg. Im Terminkalender der Delegation stehen Handelsgespräche ebenso wie Sportwettkämpfe.

Hamburg. Mit rund 800 Seeleuten hat die chinesische Marine zum ersten Mal den Hamburger Hafen angelaufen. „Die Chinesen kommen als Zeichen der Zusammenarbeit und Völkerverständigung“, sagte Michael Setzer, Kommandeur des Landeskommandos Hamburg, am Montag. Neben dem Docklandungsschiff „Chang Beishan“ gehören die Fregatte „Yun Cheng“ und das Versorgungsschiff „Chao Hu“ zu dem Verband, der von zahlreichen Zuschauern mit Applaus und Fähnchen begrüßt wurde. Die Schiffe bleiben voraussichtlich bis Sonnabend in Hamburg.

China verfügt laut Setzer über die nach den USA zweitgrößte Marine der Welt. „Die deutsche Marine wäre nicht traurig, wenn wir auch solche Schiffe hätten“, sagte Setzer. Dafür sei Deutschland führend bei der Qualität – „da lernen die Chinesen noch etwas“.

Konteradmiral Zhang Chuanshu, der den chinesischen Schiffsverband führt, sagte, der Besuch in Deutschland werde das gegenseitige Verständnis beider Länder stärken. Während der Visite werden Gespräche mit Vertretern aus Politik, Gesellschaft und Kultur geführt. Auch die Wirtschaft steht auf der Agenda: China ist der wichtigste Handelspartner des Hamburger Hafens. Neben Empfängen im Hamburger Rathaus sowie an Bord der „Chang Beishan“ sind Sportwettkämpfe zwischen deutschen und chinesischen Soldaten geplant. Zudem wollen die Gäste die Offiziersschule in Flensburg-Mürwik, die Unteroffiziersschule in Plön und das Ausbildungszentrum Schiffssicherheit in Neustadt besuchen.

In Workshops werde auch über Piraterie gesprochen, sagte Zhang. Sein Verband hatte noch vor wenigen Wochen an einem Einsatz gegen Piraten im Golf von Aden teilgenommen, bei dem er mit Einheiten der EU, NATO und den USA zusammenarbeitete.

Besucher können die „Chang Beishan“ am Donnerstag erkunden. Das 210 Meter lange Kriegsschiff liegt an der Überseebrücke neben dem Museumsschiff „Cap San Diego“. Auch die „Yun Cheng“, die am Kreuzfahrtterminal in der Hafencity festgemacht hat, soll zu sehen sein.

Die deutsche Marine und die Stadt Hamburg hatten die Chinesen eingeladen. Beim bislang einzigen Besuch der chinesischen Marine in Deutschland im Jahr 2001 hatten die Schiffe im Wilhelmshavener Marinestützpunkt festgemacht.

( (dpa) )

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