Muslime

Erpressungsvorwürfe gegen Ahmadiyya-Gemeinschaft

Es geht um Schleusung und zweifelhafte Bescheinigungen für Asylverfahren, die nur gegen Spenden ausgegeben worden sein sollen. Die Ahmadiyya weist alle Vorwürfe zurück.

Berlin/Hamburg. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge prüft nach Medieninformationen Vorwürfe gegen die muslimische Ahmadiyya-Gemeinschaft. Dabei gehe es um mutmaßliche Schleusungen und zweifelhafte Bescheinigungen, zitieren das ARD-Magazin „Report Mainz“ und der „Spiegel“ eine Sprecherin der Behörde.

Die Bescheinigungen, die in Asylverfahren benötigt werden, würden oft nur gegen hohe Spendenzahlungen ausgegeben, heißt es unter Berufung auf aktuelle und frühere Mitglieder der islamischen Reformbewegung. Wer die Spenden nicht leiste, erhalte keine positive Bescheinigung.

Die Ahmadiyya-Gemeinschaft gilt vielen Moslems als Sekte, ihre Mitglieder werden in den meisten muslimisch geführten Staaten aus religiösen Gründen verfolgt. Aktive Mitglieder haben deshalb oft gute Chancen auf Asyl in Deutschland.

Auf Nachfrage habe die Ahmadiyya einen Zusammenhang zwischen Spenden und Bescheinigungen zurückgewiesen, berichten die Magazine. Auch den Vorwurf der Schleusung von Asylbewerbern weise die Gemeinschaft zurück, obwohl gegen mehrere Mitglieder in dieser Sache ermittelt worden sei. Die Verfahren seien allerdings gegen Geldzahlungen eingestellt worden, weil die Eingereisten später Asyl erhielten.

Die Ahmadiyya-Gemeinschaft wurde 1889 in Britisch-Indien gegründet, weltweit wird die Zahl der Gläubigen zwischen 15 und 100 Millionen geschätzt. In Deutschland gilt die rund 35 000 Mitglieder zählende Gemeinschaft als gut integriert. In Hessen und Hamburg wurde sie als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt und damit den christlichen Kirchen gleichgestellt.

( (dpa) )

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