Senatsbilanz

Stapelfeldt spricht von 900 Millionen Euro für Uni-Sanierung

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Wissenschaftssenatorin Dorothee Stapelfeldt hielt ihren Kritikern am Donnerstag eine hohe Zahl entgegen. Die Opposition sieht in den Aussagen der SPD-Politikerin ein Ablenkungsmanöver.

Hamburg. Hamburgs Wissenschaftssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) will den Sanierungsstau bei den Forschungs- und Hochschulgebäuden der Stadt auflösen. Drei Monate vor den Bürgerschaftswahlen zog die Senatorin am Donnerstag ein positives Fazit. Seit 2011 seien 475 Millionen Euro in Sanierung und Modernisierung der Gebäude geflossen. In der nächsten Legislaturperiode sollen bis 2019 weitere 438 Millionen Euro investiert werden. „Fast eine Milliarde Euro in einer Dekade, das ist erheblich“, betonte Stapelfeldt.

Die Grüne-Fraktion sprach von einem Ablenkungsmanöver. Mit einer „schön klingenden Zahl will die Senatorin vom Kernproblem ablenken: dem Spar- und Schrumpfkurs des SPD-Senats an den Hochschulen“, kritisierte die wissenschaftspolitische Sprecherin Eva Gümbel. Allein die Universität beziffere den Sanierungsstau auf 630 Millionen Euro, sagte Gümbel. „Für Sanierungen an der Universität sind in den Zahlen der Senatorin bis 2019 positiv gerechnet allerdings nur 160 Millionen Euro vorgesehen.“

Die CDU-Fraktion forderte ein Gesamtkonzept für eine Sanierungsoffensive der Hochschulgebäude. „Jahrelang vernachlässigt die SPD die Wissenschaft und kurz vor Ablauf der Wahlperiode entdeckt Senatorin Stapelfeldt den Sanierungsstau an den Hochschulen“, sagte Thilo Kleibauer, wissenschaftspolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion. „Das ist völlig unglaubwürdig.“

Besonders die Universität hatte sich lange über den desolaten Zustand der Gebäude beschwert und von Ruinen gesprochen.

Vom Frühjahr 2015 an sollen die sogenannten Trautwein-Gebäude der Hochschule für Musik und Theater für knapp 30 Millionen Euro energetisch und technisch grundsaniert werden, kündigte Stapelfeldt an. Weitere Vorhaben sind bis 2019 die Modernisierung des Philosophenturms für rund 51 Millionen Euro, der 177 Millionen Euro teure Neubau für die Geowissenschaften und die Klimaforschung am Campus Bundesstraße sowie ein Forschungsgebäude am Campus Bahrenfeld für rund 61 Millionen Euro. Das Geomatikum soll ab 2019 für 109 Millionen Euro modernisiert werden.

Zu den größten Brocken der zu Ende gehenden Legislaturperiode zählte Stapelfeldt den Neubau der HafenCity Universität (81 Millionen Euro), das Hauptgebäude der TU Harburg (26,6 Millionen Euro) und ein Forschungsgebäude auf dem Desy-Gelände (46,3 Millionen Euro).

( (dpa) )

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