St. Georg

400 Stockwerke, 1600 Meter hoch – Hamburger plant Towerplants

Ein Hochhaus mit eigener Energieversorgung als „vertikale Stadt“. Das sind die Pläne des Hamburger Immobilienunternehmers Frank Jendrusch. Nun müssen noch Investoren überzeugt werden.

Hamburg. Der Hamburger Immobilienunternehmer Frank Jendrusch will mit einem spektakulären und zukunftsweisenden Konzept den Weltmarkt erobern. „Towerplants“ heißt seine Marke: „Wir wollen Gebäude schaffen, die in den Zentren von Metropolen stehen und in ihrer Größe wie Höhe ein eigenes Stadtzentrum, sozusagen eine vertikale Stadt bilden“, sagte Jendrusch dem Abendblatt. Diese vertikale Stadt solle über ihre eigene Infrastruktur mit Einkaufs- und Freizeitangebot, Kliniken, Gastronomie, Schulen und Parkanlagen verfügen. Der Unternehmer denkt in der Superlative: „Die gesamte City ist Indoor in einem einzigen Komplex vereint, welches bis zu 400 Stockwerken Platz bietet und somit bis zu 1600 Meter hoch sein kann.“ Das innovativste an dem Konzept sei die „unabhängige, umweltneutrale, eigene Energieproduktion“, so Jendrusch.

So soll es funktionieren: „Aufwindkraftwerke verwandeln die enorme Windlast und Abwärme über ein Turbinensystem in elektrischen Strom.“ Dazu komme die energetische Umsetzung von Fotovoltaik-aktiven Fassaden, so Jendrusch weiter. Aber seine Pläne gehen noch weiter: „Aufgrund der notwendigerweise sehr tiefen Gründungen der Towerplants wird in den vertikalen Städten geothermisch gewonnenes Heißwasser zur Beheizung, Kühlung und Warmwasserversorgung verwendet“, sagt Jendrusch. Diese drei regenerativen energetischen Systeme produzieren je nach Größe der Gebäude zwischen 500 und 2000 Megawatt Leistung. Der Vorteil für die Bewohner der Towerplants: „Da das System mehr Energie produziert, als es verbraucht, ist die energetische Nutzung dieser Ressourcen für die Bewohner kostenfrei“, so Jendrusch. Die überschüssige Energie soll ins städtische Leitungssystem eingespeist werden.

Internationale Metropolen sieht der Unternehmer als passende Standorte

Aber warum sieht der Immobilienexperte überhaupt einen Bedarf für seine Towerplants?: „Insbesondere im Fernen und Nahen Osten zeichnet sich ein Trend ab, immer größer und höher zu bauen, sei es aus Prestigegründen oder aber um den wachsenden Bedarf an Wohn- und Büroflächen Rechnung zu tragen. Aber der Clou dabei ist eben die autarke Energieversorgung“, sagt Jendrusch.

Auch für die „Verkehrsführung“ in den Towerplants hat Jendrusch ein Konzept entwickelt: „Die Fahrstühle mit bis zu dreigeschossigen Druckkabinen sind linearmotorangetrieben, und mit diesen lässt sich die jeweilige Skylobby erreichen, von der aus man wiederum in die gewünschte Etage gelangt“, erklärte Jendrusch. Dieses kabellose System fahre berührungsfrei deutlich schneller als die herkömmliche Technik. Diese entwickelt Jendrusch gemeinsam mit ThyssenKrupp.

Nun geht es an die Vermarktung: „Wir führen bereits zahlreiche Gespräche mit Investoren, vor allem im Nahen und Fernen Osten.“ Es gebe bereits mehrere passende Standorte in internationalen Metropolen, sagt Jendrusch. Als Beispiele nennt er Hongkong, Singapur, Peking und Tokio.

Einen konkreten Vertragsabschluss gibt es aber noch nicht. Für einen Towerplant rechnet Jendrusch mit einer Bauzeit von etwa fünf Jahren und Baukosten im zweistelligen Milliardenbereich.