Kultur

Handelskammer: Elphie, Musicals und Reeperbahnfestival besser vermarkten!

Der „Hamburger Dreiklang“ soll der Stadt als Musikstandort mehr Gehör verschaffen: Musicals, Reeperbahn und Elbphilharmonie. Damit könne sie zur Musikstadt Nummer eins werden, meint die Handelskammer. 

Hamburg. Hamburg muss sich als Musikstandort besser vermarkten und sollte bundesweit den Ton angeben, fordert die Handelskammer der Stadt. Bislang rangiere die Hansestadt hinter Bayreuth, Berlin und Dresden auf dem vierten Platz der Orte, die von den Deutschen als Musikstadt wahrgenommen werden.

Dabei sei Hamburgs Musikleben deutlich breiter aufgestellt als das der Anderen, sagte Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Hans-Jörg Schmidt-Trenz am Montag. Basierend auf einer Studie stellte die Handelskammer einen Maßnahmenkatalog vor – mit dem Ziel, Deutschlands Musikstadt Nummer eins zu werden. Vor allem intensiveres Marketing sei dabei wichtig.

„In den vergangenen fünf Jahren war bereits für knapp 27 Prozent der Hamburg-Touristen der Besuch eines Konzerts oder Musicals einer der relevanten Reiseanlässe“, berichtete Schmidt-Trenz über die Ergebnisse der Studie. „Für die Zukunft wird Musik in Hamburg sogar für fast jeden zweiten Deutschen einen Reiseanlass darstellen und damit in der touristischen Relevanz mit dem Hamburger Hafen fast gleichziehen.“ Vor allem der „Hamburger Dreiklang“ aus Musicals, Reeperbahn und Elbphilharmonie habe großes Musik-Tourismus-Potenzial.

Als weitere Maßnahmen empfiehlt die Handelskammer etwa die Ausweitung des Reeperbahnfestivals (das in dieser Woche seine sechste Ausgabe feiert) und den Bau einer fehlenden Musikhalle mittleren Formats (zwischen 2000 und 4000 Besuchern). Live-Musik sollte mehr Gehör finden und Musikernachwuchs gefördert werden. Vor allem brauche die Stadt, die mit der Elbphilharmonie einen der weltbesten Konzertsäle eröffnen will, auch eine erstklassige Orchesterlandschaft. „In internationalen Orchesterrankings ist allerdings derzeit keines der drei Hamburger Orchester unter den Top 20 vertreten“, hieß es.

Hamburgs Musikwirtschaft erzeugt nach Angaben der Handelskammer gemeinsam mit dem Musiktourismus bereits heute eine Bruttowertschöpfung von knapp einer Milliarde Euro, mehr als 17.000 Menschen arbeiteten in rund 3500 Unternehmen. „Doch das wirtschaftliche Potenzial ist noch höher“, sagte Schmidt-Trenz. 46,5 Prozent der im Rahmen der Studie Befragten gaben an, der Besuch einer Musikveranstaltung oder eines Musicals wäre ein möglicher Anlass für eine Reise – beliebter waren nur die Hamburger Sehenswürdigkeiten und der Hafen.

Die Vision:„Bis zum Jahr 2025 wird Hamburg für Fachleute, internationale und nationale Touristen sowie für die Hamburger Bevölkerung die relevanteste Musikstadt Deutschlands.“ Dieses Ziel sei anspruchsvoll, sagte Schmidt-Trenz, „aber nicht unrealistisch“.