Flashmob am Jungfernstieg

1000 Schüler versammeln sich zum Radioballett in der City

Eine Art Flashmob sorgte am Vormittag für reichlich Verwirrung. Woher kommen all die Schüler? Wieso machen die alle das gleiche? Und was hat das mit Radioballett zu tun?

Hamburg. Am Jungfernstieg haben sich am Mittwochvormittag etwa 1000 Schüler aus 20 Hamburger Schulen zu einer Art Flashmob versammelt. Dabei konnte jeder einzelne über Kopfhörer Anweisungen empfangen, die zwischen 10 und 12 Uhr vom Lokalradiosender „Freies Sender Kombinat“ gesendet wurden. So war es möglich, dass alle Beteiligten zeitgleich dieselben Dinge taten. So mancher vorbeischlendernder Passant schien recht verwirrt, als 1000 Schüler plötzlich anfingen „Ich bin ein Star - holt mich hier raus!“ zu rufen oder auf einmal anfingen, zu tanzen.

Die Aktion nennt sich Radioballett und ist eine Erfindung des Hamburger Künstlerkollektivs „Ligna“. Die Hörer folgen den Anweisungen einer Stimme aus dem Radio und führen anschließend zur selben Zeit die gleichen Aktionen aus. Erstmals fand ein solches Radioballett im Mai 2002 im Hamburger Hauptbahnhof statt.

Das Ballett zum Tusch-Theater-Tag am Montag war eine gemeinsame Veranstaltung der sogenannten Tusch-Schulen in Zusammenarbeit mit 16 Hamburger Theatern. Tusch steht für die Verbindung zwischen Schule und Theater. Zwischen 11 und 12 Uhr wanderte die Menge aus 1000 Schülern am Jungfernstieg auf und ab, immer wieder unterbrochen von scheinbar spontanen Aktionen, die bei den Schaulustigen für reichlich Irritation und Belustigung sorgte.

Beispielsweise fing die Menge plötzlich an, untereinander herumzupöbeln, ein anderes Mal wurden auf Kommando alle Passanten in der Nähe überfallartig begrüßt und in den Flashmob mit einbezogen.